Radio-Geschichte Schweiz:
Historische Lang-, Mittel- und Kurzwellen-Sender der Schweiz und Liechtensteins
Reduit-Sender im Zweiten Weltkrieg, Landessender Beromünster

Stand: 08.03.2017

Radio-Sender/Rundfunk-Sender/Reduit-Sender/ UKW 77 / IBBK Radio:
Hönggerberg, Lausanne, Genève, Bern, Basel, Chur, Sool, Savièse, Mittelwellensender Beromünster+Sarnen, Kurzwellensender Schwarzenburg+Sottens+Lenk+Sarnen

Reduit-Sender/Militär:
Klewenalp, Melchsee-Frutt, Hirzenboden, Emmetten, Haldiberg, Fahrbarer Rundfunksender, Militär-Funkstationen Stöckli/Andermatt und Rigi Scheidegg

Exkurse:
Der Mittelwellensender Vaduz/Liechtenstein, Langwellen-Funkfeuer Funkbaken (NDB-Baken), Telefonrundspruch

Terrestrischer Funk allein - vor allem auf Kurzwelle - kann unabhängig von Infrastrukturen Dritter zwei beliebige Orte der Welt kommunikativ direkt miteinander verbinden und dies notfalls mit sehr einfachen Geräten. 'Morsen' und - allerdings mit zusätzlicher 'Hardware' - PACTOR-ähnliche Betriebsarten - funktionieren auf Kurzwelle, auch noch bei starken Störungen, wenn andere Verfahren (Satellit, Internet) versagen oder gekappt worden sind.



Einführung

Für manch Kind begann das Interesse für Geografie vor der Skala des heimischen Radios beim Lesen der so geheimnisvollen Namen. Da war etwa "Tour Eiffel", "Eiffelturm" oder auch "Schweizer Gleichwelle" zu lesen und jede Menge 'exotisch' klingender Städtenamen:






In den Anfangszeiten des öffentlichen Rundfunks wurden die Sender meist nach ihrem jeweiligen Standort benannt und 'Sendekanäle' wurden noch in Wellenlängen angegeben. Dies zeigt sich schön auf alten Radioskalen:




Im Folgenden einer der späten Vertreter namentlich beschrifteter Senderskalen: SABA von 1959. Nur noch im Kurzwellenband sind die Wellenlängen übriggeblieben, die einprägsamen Meter-Bänder. Alles andere ist in Hertz (kHz, MHz) angegeben. Im abgebildeten Skalen-Ausschnitt findet man die Namen der legendären Schweizer Sender Beromünster, Sottens und Monte Ceneri:





Frequenzen/Wellenlängen mussten oft nach internationalen "Wellenkonferenzen" geändert werden. So sind in den beiden vorangehenden Skalenbildern Beromünster und vor allem Monte Ceneri an verschiedenen Stellen zu finden.


Kleiner Exkurs: Wegbereiter des Radios/Rundfunks:

Die erste Funkverbindung erfolgte bereits um 1780 durch Galvani: Der Funke einer Elektrisiermaschine (oder der Blitz eines Gewitters) brachte drahtlos einen Froschschenkel zum Zucken. Zurückgelegte Distanz: ca 1.5 Meter (bzw. einige Kilometer). Eine physikalische Erklärung konnte Galvani natürlich nicht geben.




Um 1865 sagte dann Maxwell die Existenz von Radiowellen voraus, eine auch philosophisch interessante Tatsache: Die Natur ist gesetzmässig und mathematisch beschreibbar und damit oft 'vorausberechenbar'. Warum kennen Mathematik, Physik und Natur einander?




Radio in der Schweiz: Die Zeit vor Beromünster:

Die praktische 'staatliche' Radiotechnik in der Schweiz begann 1905:

Auf der Thuner Allmend führte die Armee in der Zeit vom 13. bis 21. Dez. 1905 Versuche mit fahrbaren Knallfunken-Stationen auf 800 m Wellenlänge durch [Modulationsklasse B 1]. Dabei wurden neben 'gewöhnlichen' Drahtantennen auch 'Ballon-Antennen' getestet. Bei diesen hielten Ballone mit 12 m3 Volumen Draht-Antennen bis zu 200 m hoch in Kombination mit einem Drahtnetz als Gegengewicht, Energielieferant war ein Benzinaggregat. Verwendet wurden Mittel- und Langwellen:




Militärische Funkversuche auf der Thuner Allmend 1905 mit einem Fesselballon als Antennenträger


Die Idee, die drahtlose Funkentelegrafie militärisch zu nutzen, stammte von Oberst im Generalstab Robert Weber, der nach einem bezahlbaren Mittel suchte, die 1890 und 1894 fertiggestellten Festungen St. Gotthard und St. Maurice mit der Armeeleitung - die man sich damals im Raum Luzern vorstellte - zu verbinden [R.J.Ritter]. 1904 entstand direkter Kontakt mit der Gesellschaft für drahtlose Telegrafie mbH (Telefunken). Telefunken hatte mit drahtlosen Verbindungen im Gebirge keine Erfahrung und war überzeugt, dass Verbindungen über Alpengipfel hinweg nur mit fixen Höhenstationen möglich seien. Sie verlangte daher, dass das Militär in grösseren Höhen zwei feste Stationen errichtete und man einigte sich auf die Standorte Rigi und Stöckli. Unverzüglich wurden noch im Herbst 1905 die Funkenstationen Rigi-Scheidegg und Fort Stöckli ob Andermatt aufgebaut. Beide Anlagen bekamen angesichts des bevorstehenden Winters eigene steinerne Funkerhütten, anstelle der ursprünglich vorgesehenen hölzernen Baracken. Die T-Antennen waren bei beiden Stationen an jeweils zwei Masten befestigt. Ende November 1905 waren die Stationen bereit. Sie sollten sowohl untereinander, als auch mit fahrbaren Stationen in Verbindung treten. Benutzt wurden Wellenlängen von 550 m (vorzugsweise zwischen den Fixstationen) und 800 m (vorzugsweise zwischen Fixstationen und fahrbaren Stationen oder letzteren unter sich). Technisch kamen zunächst Knallfunken [Modulationsklasse B 1] zum Einsatz.


Die zwei Antennen-Masten der Funkstation Rigi-Scheidegg im Jahr 1919 [Walter Mittelholzer]:


© armeefunk

Ab Ende November 1905 empfing die Station Rigi-Scheidegg jede Nacht ab 2 Uhr (01.00 Uhr GMT) die Telegramme der englischen Station Poldhu (Cornwall) über eine Distanz von 1050 km.

Hintergrund: Jede Nacht strahlte die Hochleistungsstation in Poldhu, Cornwall, um 01.00 GMT Ocean News aus, ein tägliches Nachrichtenbulletin, das u.v.a. auch von der Titanic am 11., 12. und 13. April 1912 aufgenommen werden konnte, nicht jedoch am 14. April. An diesem Tag leitete der Funker der SS Minnehaha die Ocean News an die Titanic weiter. Das waren die letzten Nachrichten aus der Heimat, die an Bord der Titanic gelesen werden konnten - und dies über Vermittlung eines Schiffes, das zwei Jahre zuvor in einen SOS-Ruf involviert gewesen war [David Barlow].

Ab dem 13. Dezember 1905 wurden Versuche zwischen Rigi-Scheidegg und den fahrbaren Stationen aufgenommen. Im Dezember 1905 gelang auch die erste drahtlose Telegrafie-Verbindung zwischen Rigi-Scheidegg und Andermatt/Stöckli. 1906 verkehrten die Stationen Rigi und Stöckli regelmässig miteinander, Rigi auch noch mit den fahrbaren Stationen in Bern, Freiburg, Lützelflüh, Weesen und Altstätten (Rheintal). Zwischen Stöckli und den fahrbaren Stationen kam keine Verbindung zustande. Rigi konnte 1906 auch die neue deutsche Station Nauen (ca 700 km) aufnehmen - und dies alles in Morse-Telegraphie mit sogenannten Knallfunken:

Knallfunkensender: Knallfunken in der Morse-Telegraphie:

Knallfunken/Knarrfunken (mp3):

Das Tempo war gemächlich, denn es waren höchstens 30 Funken pro Sekunde möglich und der
Entfritter-Klopfer brauchte auch seine Zeit. Der Buchstabe 'c' etwa gab an den Papierstreifen-Schreiber (oder Kopfhörer) folgendes Signal:
......... ... ......... ...

Je nach Trägheit des Morse-Schreib-Apparates wurden daraus kürzere oder längere Punkte-Ketten oder aber kürzere und längere Striche
aufgezeichnet. Im Kopfhörer hörte man das 'legendäre' Knarren (daher kommt mitunter auch der Ausdruck 'Knarrfunken' [aus Sicht des Hör-Operators].
Aus Sicht des Sende-Operators - neben dem Funkeninduktor(!) - heisst es dann eher Knallfunken). Für Kopfhörerempfang konnte an Stelle des Kohärers
die empfindlichere Schloemilch-Zelle [Elektrolyt-Detektor] verwendet werden, die um 1907 vom Braunschen Kristall-Detektor abgelöst wurde.


Als urspüngliche Empfänger dienten Kohaerer und Morseschreiber oder Schloemilchzelle und Kopfhörer. Auch von Thun aus konnte mit der Fix-Station Rigi-Scheidegg, nicht aber mit dem Fort Stöckli verkehrt werden.

Das folgende Foto zeigt die Antenne der Funkanlage unterhalb Fort Stöckli (Gütsch ob Andermatt) fast am selben Standort, wo heute die Meteo Schweiz eine umfangreiche Wetterstation betreibt. Das Senderhäuschen (etwas nordwärts und knapp ausserhalb des rechten Bildrandes) steht heute noch und ist unter Schutz gestellt:


Antenne Stöckli / Gütsch ob Andermatt Richtung Urserental, links Winterhorn, 1907; © armeefunk
Antennenhöhe ca 30 m, Mastabstand ca 35 m.



Die heute noch gut erhaltene Funkerhütte beim Stöckli (Gütsch) ob Andermatt lässt die Oeffnung für die Antennendurchführung und die Abspannvorrichtung erkennen. Von den zahlreichen Mastabspannungen können heute noch Bodenverankerungen gefunden werden:


© armeefunk


Zur 'atomaren' Funktion des Kohärers bzw. Fritters kursieren verschiedene und oft 'schwammige' Hypothesen, was deutlich signalisiert, dass die 'atomare'
Wirkungsweise bis heute keineswegs geklärt ist. Einigermassen gesichert scheint folgendes:
Wegen des (quantenmechanischen) Tunneleffektes durch die sehr dünne Oxidschicht hindurch können elektrisch leitfähige Brücken initiiert werden.

Eine neuere wissenschaftliche Untersuchung dazu:


Falcona, Eric; Castaing, Bernard (April 2005). "Electrical conductivity in granular media and Branly’s coherer: A simple experiment" (pdf)


Da Stöckli mit den fahrbaren Stationen keine Verbindung zustande brachte, wurde dort das gewünschte Ziel nicht erreicht und die zuständige Kommission schlug Telefunken daher vor, die Station Stöckli nach St. Maurice zu verlegen und dort Versuche vorzunehmen. Unter grossen Schwierigkeiten wurde in der Folge quer über das Tal von Morcles im Sommer 1907 eine mächtige Fächerantenne erstellt. Im November konnte mit dieser Antenne Rigi, Poldhu, Nauen sehr gut empfangen werden. Eine Sendeanlage in St. Maurice war aber noch nicht spruchreif, da Telefunken zuerst noch weitere Versuche mit dem eben in Entwicklung befindlichen System Löschfunken anstellen wollte. 1908 informierte Telefunken die Kommission über diese Entwicklung mit dem Vorschlag, die drahtlosen Stationen der Schweiz auf dieses neue System umzubauen.


Die beiden Masten der Funkstation auf Rigi-Scheidegg und das Funker-Häuschen (ganz am linken Bildrand) noch aus anderer Perspektive [Walter Mittelholzer (1919)]:


© armeefunk


Die erwähnten Radiostationen Poldhu um 1905 (links) und Nauen um 1906 (rechts):





Die Funktechnik machte - wie schon angedeutet - zu dieser Zeit grosse Fortschritte. Ab 1908 kamen von Telefunken sendeseitig die erwähnten Löschfunken-Apparate [Modulationsklasse B 2] zur Anwendung, bei Marconi als Antwort die rotierende Funkenstrecke mit ähnlicher Wirkung, empfangsseitig wurde parallel dazu der neu entwickelte Kristalldetektor [Ferdinand Braun] eingeführt, als Ersatz für den elekrolytischen Detektor (von Schloemilch) und für andere Detektions-Einrichtungen. Der Schreiber-Empfang wurde aufgegeben zu Gunsten des viel zuverlässigeren Kopfhörer-Empfangs. Im Gegensatz zu Morseschreiber via Kohaerer oder Kopfhörer via Ticker, Schloemilch-Detektor (Magnetdetektor bei Marconi) ermöglichte der Kristall-Empfang sowie eine sinnvolle Anwendung von geschlossenen und offenen Resonanzkreisen [Ferdinand Braun] - weiter entwickelt zum Löschfunken-System [Max Wien, Telefunken] (oder der rotierenden Funkenstrecke bei Marconi) erstmals einen empfindlichen und klar definierten Kopfhörerempfang mit 'musikalischen' Morsezeichen (typ. mit 1000 Hz Ton), die tönenden Löschfunken. Die Löschfunkenstrecke wurde meist durch Wechselspannung von 500 Hz angesteuert, was beim Empfänger im Kopfhörer den 1000 Hz (Sägezahn-)Ton ergab. Der Wirkungsgrad der Löschfunken-Sender war viel grösser und Sendefrequenzen klar definiert. Die folgende Hörprobe zeigt eindrücklich den Fortschritt.

Löschfunkensender: Löschfunken / Tonfunken in der Morsetelegraphie:

Tönende Löschfunken (mp3):

Der Ton mag höher als 1000 Hz scheinen, aber er repräsentiert
eben eine oberwellenhaltige [invertierte] Sägezahnkurve.


Die Wellen der Löschfunkensender (Stossfunken-Erregung [Max Wien] und physikalisch einwandfreie Antennenankopplung [Ferdinand Braun]) waren gegenüber den Knallfunken-Wellenzügen wesentlich weniger gedämpft und 'spektralrein', was eine gute Aufschaukelung der Empfangs-Schwingkreise zur Folge hatte. So konnten wesentlich grössere Entfernungen überbrückt und auch 'Funkkanäle' voneinander getrennt werden (Minimierung gegenseitiger Störungen). Ferner waren die tönenden Zeichen (1000 Hz) wesentlich besser aus atmosphärischen Störungen heraus zu hören als das Knarren der Knallfunken.

Um 1911 konnte schliesslich erkannt werden, dass die den Fixstationen zugedachte Aufgabe (Verbindung der beiden damals einzigen Alpenfestungen [Andermatt/Stöckli und St. Maurice] mit strategisch 'sicheren' Stellungen im Mittelland) sogar von den neuen sehr leistungsfähigen fahrbaren Löschfunken-Stationen gelöst werden kann, denn es gelang 1911 auf diese Art erstmals eine zuverlässige 'DX-Verbindung' über 130 km zwischen Luzern (Armeeleitung) und der Festungsanlage St. Maurice (Gleichstromeingangsleistung: 3 kW).



Ein Mastbruch in einem Schneesturm um 1911 beendete den ohnehin bereits obsoleten Versuchsbetrieb auf Fort Stöckli/Andermatt (neue fahrbare Hochleistungs-Löschfunken-Stationen ermöglichten jetzt alle gewünschten Verbindungen). Die Antennenmasten der Gegenstation auf Rigi-Scheidegg überlebten wesentlich länger. Deren Antenne wurde 1915 für den militärischen Abhorch reaktiviert und die Station 1916 zur Zentralstation umgebaut.

Im Folgenden eine erwähnte fahrbare 3 kW P(in) Löschfunkenstation für Langwelle (bei Ins) um 1918 (Funk Pionier Kompanie 7):


CC-BY-SA 3.0/CH; Schweizerisches Bundesarchiv


Die erwähnten neuen fahrbaren Telefunken-Stationen für die Versuche in der Schweiz waren spezielle und verbesserte fahrbare 3 kW -Stationen, welche über 4 feste Wellenlängen verfügte. Die Funkstation auf Rigi-Scheidegg wurde, wie bereits erwähnt, 1915 (Erster Weltkrieg) reaktiviert und die Antennenmasten sollen bis mindestens in die 1930er-Jahre überlebt haben.

1909 machte die Firma Marconi dem EMD ein Angebot und in der Folge fanden letzte vergleichende Funkversuche mit fahrbaren Stationen in Andermatt statt. Ob noch mit Knallfunken oder bereits mit Löschfunken (rotierende Funkenstrecke) ist dem Verfasser nicht bekannt, jedenfalls erwies sich die Apparatur von Telefunken als überlegen:




Hier die zugehörige Bedienungsmannschaft:


© armeefunk



Die 3-Mast-L-Antenne wahrscheinlich der baugleichen Gegen-Station (an unbekanntem Ort):







Beispiel: Kurz-Video [mp4] einer fahrbaren Löschfunkenstation in Deutschland (1. WK)



Ebenfalls im Jahr 1911 setzte die staatliche Regulierung im zivilen Radiowesen ein. Es wurden die ersten drei schweizerischen Radio-Empfangskonzessionen für Zeitzeichenempfang aus Paris ausgegeben (Uhrenindustrie!). Dabei wurden die Zeitsignale vom Sender Eiffelturm empfangen. Dieser Sender arbeitete mit Eingangsleistungen von 20 kW (1909) bis 150 kW (1914) als Löschfunkensender auf 115 kHz (2600 m), die Demontage erfolgte um 1925. Empfangsseitig in der Schweiz gelangten ca. 100 m lange Drahtantennen zum Einsatz, in Basel z. B. am Kirchturm der St. Peterskirche befestigt. Der Sender diente natürlich auch der Verbindung mit französischen Kolonien. Empfangen wurde mit Kristallempfängern (Detektor-Geräte):

Ueber diesen Sende-Standort Eiffelturm erfolgten auch die ersten regelmässigen öffentlichen Rundfunksendungen in Europa ab Februar 1922. Auf dem Eiffelturm wurde auf Initiative von Gustave Ferrié, der sich nach dem Ersten Weltkrieg entscheidend für den Aufbau des französischen Rundfunks einsetzte, ein Radiosender in Betrieb genommen. Gesendet wurden zunächst Wettermeldungen und Unterhaltungsmusik.




Beim Militär hatten sich Löschfunkenstationen inzwischen längst durchgesetzt.

Eine Löschfunkenstation 16 ("Tönende Löschfunken" Klasse B 2]) um 1917 am Furkapass:




1917 baute die Basler Glühlampenfabrik Elektronenröhren nach Plänen von Professor Zickendraht.

Es folgte die Zeit der Flugplatzsender auf Wellenlängen zwischen etwa 200 m und 1300 m und Senderausgangs-Leistungen kleiner als 1.5 kW:

1912 wurde für das Militär der Flugplatzsender Dübendorf in Betrieb genommen, der Sender stand in Kloten (auf dem Artillerie-Waffenplatz, der Flughafen Kloten kam erst 1948) der Empfänger (und eine Peilstation) in Dübendorf (Störvermeidung beim Duplexbetrieb). Zivilflugfunk erfolgte dort ab 1917. Eine neue Anlage - neu auch für Telephonie - sendete für Dübendorf ab 1921.





1919 deutete Dr. Banderet (Uni Basel) die Telegrafie in den Schweizer Alpen und kam u. a. zum Ergebnis: "Alpenketten hemmen die Ausbreitung der Wellen, Flüsse fördern sie!"

Zwar regulierte der Bundesrat als inzwischen oberste Radioaufsichtsbehörde die Funkkommunikation bereits stark (wie auch heute noch), doch bewilligte er nicht-kommerzielle Rundfunkversuche mit den Flugplatz-Sendern Genf, Lausanne und Dübendorf. Daraus gingen mehrere Radioveranstalter mit teilweise eigenen Radiosendern hervor: 1923 Lausanne, 1924 Zürich, 1925 Bern und Genf sowie 1926 Basel.

1922 erfolgte die Betriebsaufnahme des ersten kommerziellen Schweizer Senders bei Bern [Sender in Münchenbuchsee, Empfangsstation in Riedern] im Rahmen des internationalen Radiotelegramm-Verkehrs (Münchenbuchsee, --> Radio Schweiz bis 1988, danach Bern Radio).

1922, 22. August: Betriebsaufnahme Sender Lausanne "Champ de l'Air" (Flugfunk für die Linie Lausanne - Paris und erste Schweizer Rundfunkversuche). Ausstrahlung der ersten Radiosendung der Schweiz am 26. Oktober 1922. Vom Flugplatzsender Champ-de-l'Air bei Lausanne wurde ein Livekonzert gesendet. Der regelmässige Sendebetrieb der Programmgesellschaft Utilitas über diesen Flugplatzsender wurde 1923 aufgenommen. Massgeblicher Initiator war Roland Pièce, der spätere Direktor des Landessenders Sottens.

Diese Station ist demnach der erste öffentliche Sender in der Schweiz und einer der frühen Rundfunk-Sender in Europa. Sie diente aber vorrangig der Sicherung des Flugverkehrs auf dem Champ de l' Air. In den Pausen, zwischen den einzelnen Wettermeldungen an die Piloten und Flugzeugeinweisungen, legte man zur Unterhaltung Schallplatten auf. Die Piloten beklagten sich allerdings bald über das beschränkte Repertoire.

Der erste Sender von Lausanne 1922:

Das Sendepult:



VideoClip einer Inbetriebnahme des Senders Lausanne (mp4)




Der neue (zweite) Marconi-Sender für Radio Lausanne ab 1926:








Bild: Sendeplan von HB2 Lausanne "Champ de l'Air", Rundfunkversuche und Flugfunkdienst gemischt, ab 1922. Wellenlänge 1080 m, 277 kHz (Langwelle)


Der Sender Champ de l'Air (HB2):



Auch diese Antenne musste 1929 einen Mastbruch hinnehmen, dies aber infolge Schneelast.



1923 startete der Genfer Sender Cointrin mit 215 Watt. 1923 folgten Rundfunkversuche über den Sender bei der Artillerie-Kaserne Kloten des Flugplatzes Dübendorf. Der Flugplatz Kloten existierte noch lange nicht.

Der 122 Meter hohe Sendemast des Dübendorfer Senders in Kloten:





Die zugehörige Empfangs-Anlage beim Flugplatz Dübendorf:





Diese nach dem Ersten Weltkrieg erfolgten regionalen Versuchs-Rundfunksendungen begannen also über bereits bestehende Flughafen-Kleinsender, zuerst (1922) von den Sendern Lausanne (HB2), Dübendorf/Kloten (Artillerieplatz) , gefolgt von Genève (HB1), Bern-Münchenbuchsee und vom Flugplatzsender Sternenfeld (Sender beim Zeughaus Basel) aus. Die Aviatik-Sender arbeiteten für den Flugfunk in Telegraphie, für Rundfunk in Telephonie.

Die gemeinsame Nutzung der Flugplatzsender ermöglichte aber keinen geregelten öffentlichen Rundfunk.

So wurden 1923 bis 1926 in Lausanne, Zürich, Genf, Bern und Basel Radiogenossenschaften gegründet. In Zürich rief der ETH-Physikprofessor, Gustav Eichhorn, ein Institut für Radiophonie ins Leben. Der ETH-Sender diente zu Rundfunkversuchen in Zürich. Auf das Gesuch zur effektiven Genehmigung erhielt Eichhorn noch 1923 vom zuständigen Beamten die Antwort: "Nehmen Sie von mir die amtliche Erklärung entgegen, dass wir das Radio in der Schweiz nie aufkommen lassen werden. Ihr Institut ist also gänzlich zwecklos!"

Ab dem 23.Aug. 1924 wurde zuerst von der "Radiogenossenschaft in Zürich" über einen neuen Sender Hönggerberg/Zürich das erste reguläre (Nur-)Rundfunkprogramm der Schweiz ausgestrahlt. Je nach Quelle war die Senderausgangsleistung 0.3 ... 1.5 kW, wahrscheinlich wohl 500 Watt. Gesendet wurde auf wechselnden Wellenlängen im Bereich 500 ... 800 m, also "fast auf Langwelle").


Der Sender Hönggerberg mit provisorischer Antenne im Jahr 1924 noch in einer intakten Landschaft:




1925 bekam der Sender eine neue Antenne mit 2 je 65 m hohen Stahl-Gittertürmen in 120 m Abstand:





Die Sendeanlage Hönggerberg auf Luftaufnahmen von Walter Mittelholzer 1926:









Das zweistündige Eröffnungsprogramm:

12 Uhr 30: Eröffnungsansprache von Bundesrat Haab
13 Uhr 15: Hauskapelle (4 Mann).
13 Uhr 30: Begrüssung durch den ersten schweizerischen Radiosprecher Paul Altheer
13 Uhr 40: Cellosolo
13 Uhr 55: Humoristisches mit Carl Sedlmayr
14 Uhr 25: Hauskapelle
14 Uhr 30: Cellosolo
14 Uhr 35: Schlussmarsch


Technik und Hauskapelle beim Sender Hönggerberg [Studio in Räumlichkeiten des Amtshauses 4 an der Lindenhofstrasse]:





Der Sender Hönggerberg hatte in dem noch wenig belegten Wellenband eine erstaunliche Reichweite. Empfangsberichte kamen aus Norwegen, Spitzbergen, Irland, Russland, Ägypten, Südafrika und den USA! Die Sendemasten sind schon lange nicht mehr vorhanden und das vergammelte Sender-Häuschen an der Einsteinstrasse 6 in 8049 Zürich/Höngg musste 2012 einem Ausbau der ETH-Hönggerberg weichen.

1924 gab es in Europa noch wenige Sender, 1929 bereits erheblich mehr:




1926: Ein erster Versuch, in Europa eine Ordnung in die rasch wachsende Anzahl an Rundfunkstationen zu bringen, fand 1926 in Genf statt. Im Mittelwellenbereich 500 bis 1.500 kHz wurden in einem Raster von 10 kHz 99 Kanäle festgelegt, wovon 77 exklusiv für jeweils nur einen leistungsstarken Sender vergeben wurden, während die übrigen 20 Kanäle als Gemeinschaftswellen für 2 bis 10 Sender geringer Leistung (maximal 0,5 kW) belegt wurden.

In Washington wurde 1927 ein neuer Weltfunkvertrag ausgehandelt. Die Bestimmungen traten am 1. Januar 1929 in Kraft. Dem Rundfunk standen neu ein Langwellenbereich von 160 bis 228 kHz und ein Mittelwellenbereich von 675 bis 1.500 kHz zur Verfügung. Im Kurzwellenbereich, der zu Beginn der 20er Jahre von Amateuren erschlossen worden war, erhielt der Rundfunk sechs Bänder bei 49, 31, 25, 19, 16, und 13 m Wellenlänge.

Die folgenden Angaben sind - soweit das überhaupt noch möglich ist - sorgfältig zusammengestellt worden, aber die Quellen sind widersprüchlich, auch als Folge der sehr häufigen Frequenzwechsel. Die Grössenordnungen und das Gesamtbild sind aber realistisch.

Zu den einzelnen Sendern:

Radio Lausanne: 1923 bis 1931 (Eröffnung Sottens)

Radio Genève: 1923 (Versuche über Flugplatzsender), offiziell 1925 bis 194? (ab 1931 Relais Sottens)

Radio Zürich (Sender Hönggerberg, erster Schweizer (Nur-)Rundfunksender): 1924 bis 1931 (Eröffnung Beromünster)

Radio Bern: 19. Nov. 1925: Die Sprecherin Betty Spengler meldet erstmals im Äther: "Hallo, hier Radio Bern auf Welle 302". Das Programm aus dem Studio im Kursaal wird über einen Sender in der Telegrafie-Sendestation Münchenbuchsee [1.2 kW HF] ausgestrahlt, ab 1930 über einen neuen (Stadt-)Sender der PTT bei Wankdorf [Inbetriebnahme auf Welle 403 m (743 kHz) mit einer Sendeleistung 1,5 kW]. Später diente dieser Sender als Relais für Beromünster). Der alte Berner Sender von Münchenbuchsee wurde von der PTT gekauft und in Genf eingesetzt.

Der "neue" Mittelwellen-Sender Bern-Wankdorf:
(Bilder zum "alten" MW-Sender Münchenbuchsee weiter unten)

Mittelwellensender Wankdorf


Radio Basel: 1926 bis 1972 (z. T. Relais Beromünster, Gleichwelle mit Chur, Sool, Savièse). Ab 1926 erfolgten erste reguläre Sendung von Radio Basel. Die Eröffnungsansprache von Professor Zickendraht konnte nur verspätet gesendet werden, da der stundenweise gemietete Sender des Flugplatzes Basel-Sternenfeld zum vorgesehenen Zeitpunkt zur Einweisung eines verspätet eintreffenden Flugzeuges benutzt werden musste. Anfang 1931 wird ein 0,5 kW-Marconi-Sender in der Basler Kaserne untergebracht. Auch eine eigene Antenne kam auf das Kasernenareal zu stehen. 1931 (Dez.): Um Störungen des Dresdner Senders auszuweichen, wechselt der Basler Stadt-Sender von 318 auf 244 m.

Die ursprünglich (mit-)verwendete Sendeanlage von Radio Basel des Flugplatzes Basel-Sternenfeld mit Standort beim Zeughaus: T-Antenne und Funkerhäuschen:




Später stand wie erwähnt eine eigene Antenne für Radio Basel auf dem Kasernenareal. Hier ein Bild von 1935 an diesem Standort:




Im Folgenden ein VideoClip (Stummfilm!, Amateurfilm) aus der Anfangszeit von Radio Basel, Sender 'Sternenfeld'. Steuerpult, Sendeanlage, Gong mit Zeitansage ab Chronometer, Uebertragung einer Grammophonplatte über Mikrophon(!), schweres Mikrophon in Gummimatte wird an mechanischen Musikgenerator geschoben:



VideoClip Sender Basel-Sternenfeld [mp4]




Der Sender Bern-Münchenbuchsee um 1926:

Nationalrat Rudolf Minger (späterer BR) unterstützte 1925 einen Antrag Berns, einen eigenen Sender zu errichten. Es konnte dazu ein Sendemast der bestehenden kommerziellen "Marconi-Radio-Station" in Münchenbuchsee zur Befestigung einer Drahtantenne benutzt werden. Das Musikorchester des Berner Kursaals bestreitet den Grossteil der musikalischen Darbietungen. Offizieller Sendebeginn war der 19. November 1925.

Technische Vorgeschichte:

Während der ersten Vollversammlung des Völkerbunds 1918 in Genf richtete die englische Marconi Company auf eigenes Risiko eine radiotelegraphische Versuchsstation ein. Das Sende-Büro war untergebracht beim internationalen Pressedienst und die Sendeanlage in Prangins. Der erfolgreiche Versuch eröffnete der Marconi-Gesellschaft den Zugang zum Schweizer Markt.
So bekam 1921 die Marconi Radio Station A.G. Bern (ab 1924 Radio-Schweiz AG) die Konzession zum Bau und Betrieb einer kommerziellen drahtlosen Telegraphieanlage. Bereits im April 1922 konnte das Betriebsbüro in Bern über die Sendestation Münchenbuchsee und die Empfangsstation Riedern (Störvermeidung) den regelmässigen drahtlosen Telegrammverkehr auf der Linie Bern-London aufnehmen. Nach der Aufnahme des radiotelegraphischen Verkehrs mit Grossbritannien folgten Verbindungen in verschiedene europäische Länder und in die Vereinigten Staaten. Die Hochfrequenzleistung an die Antenne von knapp 10 kW wurde meist auf Welle 3400 m über 90 Meter hohe Antennentürme abgestrahlt. Die Empfangsanlage stand bei Riedern/Bümpliz. Ausgenommen von der drahtlosen Telegrafie blieben aber Verbindungen zu Nachbarländern, die dem Drahtverkehr vorbehalten bleiben sollten.

Sender der Marconi-Radio-Station AG:

Morsevermittlung bei Radioschweiz AG, 1935:






Nochmals Münchenbuchsee: Der einfache Draht auf den näheren Mast ist die oben eben erwähnte Sendeantenne von Radio Bern (ab 19. Nov. 1925). Der "Rest" gehört zum kommerziellen Sender:




Der (erste) Marconi-Sender in Münchenbuchsee:




Der Radiosender Münchenbuchsee im Jahr 1925 (Flugaufnahme von Walter Mittelholzer):




Radiostation Münchenbuchsee massiv ausgebaut gegen Ende der 1950er-Jahre:




1928: (Bern) Da die "live" gesendeten Hörspiele des öftern ins Stocken gerieten, wird nach Reklamationen aus der Hörerschaft versprochen, künftig keine Sendungen mehr ohne vorherige Proben auszustrahlen.

1930: Auf Grund heftiger Widerstände gegen die Vereinbarungen von Genf 1926 und der ungenügenden Änderungen von Brüssel 1928 wurde der Kanalraster geändert. Im Mittelwellenbereich wurde zwischen 500 und 1.300 kHz ein 9 kHz-Frequenzraster und zwischen 1.300 und 1.500 kHz ein 10 kHz-Frequenzraster festgelegt und im Langwellenband ein Kanalabstand zwischen 7 und 11 kHz vereinbart. Der "Prager Wellenplan" trat in Kraft.


Im Folgenden noch der ursprüngliche Sender für Radio Genève (ca 1924) mit den beiden je 30 Meter hohen Masten auf dem Flugplatz Genève-Cointrin:



Und einer der beiden Sendemasten mit 4-drähtiger Dachkapazität:




Folgende Senderskala aus den 1930er-/1940er-Jahren zeigt unten links auf Langwelle den Sender Genève in illustrer internationaler Gesellschaft. Auf Mittelwelle findet man auch Bern/Basel:




1926: (Genève) Hörer lancieren eine Protestaktion gegen die Uebertragung von Tanzmusik aus dem Genfer Nachtclub "Tabarin". Solche Übertragungen seien unsittlich.

Auf alten Radioskalen entdeckt man oft solche oben erwähnten Sender (ausser Lausanne und Zürich, da während ihrer relativ kurzen aktiven Zeit die Radios noch keine namentlich beschrifteten Skalen aufwiesen):

Die folgende Radioskala zeigt interessante Details:

-- Unten rechts auf der Skala bei 750 m Genf (GENEVE) auf "Langwelle".

-- Die Gleichwelle von Bern und Basel auf der Skala rechts aussen.

-- Monte Ceneri noch im kurzwelligen Mittelwellenbereich.

-- Beromünster und Budapest noch "vertauscht".

-- "Eichung" noch in Wellenlängen statt Frequenzen.

-- Rechts der Sender "Eiffel".

-- Ebenfalls rechts der tragisch berühmte Sender Gleiwitz.




1933 fand die "Europäische Rundfunkkonferenz Luzern " statt. Es gab schon über 200 Sender in Europa. Für den gesamten Mittelwellenbereich wurde ein 9 kHz-Frequenzraster festgelegt, auf Langwelle blieben unterschiedliche Kanalabstände von 7 bis 9 kHz. Leistungsstarken Sendern wurden Exklusivfrequenzen (insgesamt 63 von 130 Kanälen) zugewiesen. Die Gemeinschaftswellen wurden dichter belegt und die Leistungsgrenze der Sender auf 2 kW angehoben. Der "Luzerner Wellenplan" trat am 15. Januar 1934 in Kraft. In diesem Wellenplan sind ausser für Genf noch viele weitere Frequenzzuteilungen für Europa (ausser Russland) im heutigen Zwischenbereich von LW und MW zu finden. :





2 Radio-Stations-Skalen aus der Zeit vor dem Kopenhagener Wellenplan:


Neben Basel und Bern beachte man Beromünster, Mte. Ceneri und Sottens:
Basel und Bern aufgeführt (am linken Skalenende):





Nur Bern aufgeführt (am linken Skalenende):







Im Folgenden ein Ausschnitt mit Stand ca 1932 aus der "Radio-Woche" von damals:



(Basel hatte natürlich nicht zwei Sender, Welle 1010 m ist "älter", Welle 244.1 m "neuer".)

Verschiedene Frequenztabellen können am Ende dieser Seite heruntergeladen werden.


Militär-Funk zu jener Zeit an einem Beispiel:

Eine Schwere Motorfunkenstation SM (SE-216) in Gletsch und auf dem Furkapass um 1933:
(natürlich längst in Röhrentechnik, aber noch auf Langwelle 100...600 kHz)







Die einzelnen Schweizer Radiogenossenschaften vermochten finanziell aber nicht mehr mit der Entwicklung Schritt zu halten. So entstand am 24.2.31 aus den regionalen Radiogenossenschaften die Schweizerische Rundspruch-Gesellschaft. Das Eidgenössische Post- und Bahndepartement erteilte am 26.2.31 dieser Gesellschaft eine Rundfunk-Sendekonzession. Unter Beibehaltung einzelner Studios (Zürich, Bern, Basel), die sich das Programm aufteilten, plante man sprachregionale leistungsstarke Landessender (Beromünster, Sottens, Monte Ceneri).

1929 bewilligten die Eidgenössischen Räte einen Kredit von 1.7 Mio. Franken für die Errichtung der beiden Landessender Beromünster und Sottens. Mit dem Bau, der Technik vom Studio bis zu den Sendern und dem Unterhalt wurde die damalige PTT beauftragt.

1930/31 wurde vorerst aber noch an alten Standorten "aufgerüstet": Basel: Neue eigene Antenne im Kasernen-Areal, Bern: Neuer Mittelwellen-Sender in Wankdorf und der bisherige Sender von Münchenbuchsee wurde in Genf neu eingerichtet.


Einer Forderung der Schweiz nach einer weitreichenden Langwellenfrequenz (Gebirgstäler) wenigstens für den Landessender Beromünster wurde international nicht entsprochen. Man kann auch die Meinung lesen, dass die Schweiz diesbezüglich einfach 'den Zug verpasst hatte' und 'zu anständig' war, also einfach vor dem Ausland 'eingeknickt' war, wie oft auch heute: Also: 'Langwelle einfach ohne zu fragen frühzeitig besetzen, wie es andere gemacht hatten'. Als 'Abfindung' bekam sie bei Wellenkonferenzen für Beromünster jeweils eine Frequenz nahe oder am langwelligen Ende des Mittelwellenbereiches. Bis 1964 bekamen die drei Landessender jeweils auch Exklusivfrequenzen. Nach Versuchssendungen ab 1. Mai 1931 wurde der Sender Beromünster (einige Wochen nach Sottens) am 11. Juni 1931 offiziell eröffnet und er ging mit 60 kW Senderausgangsleistung über Mittelwelle 459.4 m / 653 kHz auf Sendung. Monte Ceneri folgte 1933. Ab 1935 [Luzerner Wellenplan] sendete Beromünster auf 539,6 m (556 kHz) mit 100 kW.


Historischer Ausschnitt aus einem Film der PTT:




Video: Inbetriebnahme Landessender Beromünster 1931 [mp4]




Der Kontrollraum:



Ein Zeitzeuge: "An diesem Steuerpult sass bisweilen der von uns Schülern bewunderte und beneidete "Halbgott" der PTT " (Bild links).

Der Landessender Beromünster steht zwar auf dem Gemeindegebiet Gunzwil, sollte aber wohl aus "Marketing-Gründen" nach der Nachbargemeinde Münster benannt werden. Da aber in Deutschland bereits ein Sender Münster bestand [Beginn der systematischen Testsendungen des Senders Münster in Westfalen auf Welle 407 m mit 0,7 kW. Aus ganz Europa kamen Empfangsbestätigungen über guten Empfang], wurde der Ort mit einer historischer Begründung in Beromünster umbenannt. Der Ort hiess bis 1934 Münster im Aargau. Namensgebend war das im Ort gelegene Chorherrenstift Beromünster, das gemäss einer Legende eine Gründung des Grafen Bero sein soll, dessen Sohn hier im Kampf mit einem Bären gestorben war. So kam der Sender zu seinem Namen.


Der Landessender Beromünster wurde in der Pionierzeit des Radios und vor allem im Zweiten Weltkrieg ein Markenzeichen durch verhältnismässig neutrale Berichterstattung [man hört etwa: "... im Gegensatz zur SRG heute ..."] und in weiten Teilen Europas viel gehört.


Als Antenne diente zunächst eine an zwei Türmen (je 125 m hoch) aufgehängte T-Antenne. Der Westturm (im folgenden Bild rechts) steht seit 1960 nicht mehr. Er wurde damals abgebaut und bei Basel (St. Chrischona) für UKW/TV wieder aufgebaut. Der Ostturm wurde 2011 abgebaut. Dieser zweite Turm (im Bild links) wurde in den 1960er-Jahren auf selbststrahlende Reserveantenne umgebaut.

Im folgenden Bildhintergrund ist rechts der Blosenberghügel zu sehen, natürlich noch ohne den grossen Sendeturm.

Zur Antennentechnik: Die T-Antenne besteht aus einem von Turm zu Turm gespannten Draht (Dachkapazität). In der Mitte von dieser ist der Anschlusspunkt des senkrecht nach unten geführten eigentlichen Strahler-Drahtes (die auf den Originalen praktisch nicht erkennbaren Drähte wurden auf folgenden Bildern verdeutlicht):




Zur Speisung der T-Antenne: Die Hochfrequenz wurde über eine symmetrische Zweidraht-Leitung zum Abstimm-Häuschen zwischen den beiden T-Antennen-Masten geführt. Dieses Häuschen ist auf folgenden Bildern gut zu sehen:





Das folgende Bild zeigt die symmetrische Freiluft-Speiseleitung zum Abstimm-Häuschen. Im Vordergrund ist der Schatten des hier nicht sichtbaren zweiten Sendeturmes zu sehen:




In einem Situationsplan sind das Erdnetz und die Zuleitung zum Abstimmhäuschen zwischen den Türmen gut zu erkennen:





Während Jahrzehnten sendete der Landessender Beromünster aber nicht 24 Stunden pro Tag. In den 1950er Jahren etwa begann das Programm um 6:15 Uhr bis 7:30, dann erst wieder um 11:00 Uhr bis 14 Uhr, dann wieder um 16:00 Uhr bis gegen 22:15 Uhr.



Im Folgenden legendäre Pausenzeichen und Zeitzeichen des Observatoriums Neuenburg als mp3-Dateien (u. a. "Musigörgeli" [Musikdose, Musikwerk] made in Ste-Croix, Switzerland):

Basel 1920er-Jahre, Wecker.
Zürich bis 1963: "Chum Bueb und lueg dis Ländli a ..."
Bern bis 1963: "Zit isch da ..."
Basel bis 1963: "Z' Basel a mim Rii ..."
Das legendäre 12:30 Uhr Zeitzeichen vom Observatorium Neuenburg
Das Zeichen dauert 40 Sekunden und man hatte Zeit, sich auf die Nachrichten einzustellen! Man wurde noch nicht mit "Sponsoring-Versen", "Kakofonie-Signeten" und "banalem Geschwätz" beschallt.
... und hier der Vorgänger dieses Zeichens um 1940
(Aufnahme ab Mittelwellensender Sottens)
Signet/Erkennungszeichen/Pausenzeichen Tessin, Radio Monte Ceneri
("Ambrosianisches Tessiner Kirchengeläut": "Oratorio della Madonna Addolorata")
Erstes Signet/Erkennungszeichen der Musigwäle 531 (531 kommt von 531 kHz der Mittelwelle Beromünster)
Die Musigwäle 531 wurde in den 1990er-Jahren als staatliche Konkurrenz zum neuen Privatsender Radio Viva (heute: Eviva) und SWF/SWR 4 eingeführt, da die SRG Angst hatte, ein beachtliches Hörersegment, das die SRG vorher für nicht "signifikant" erklärt hatte, zu verlieren.


Die legendären melodiösen Pausenzeichen wurden durch ein mechanisches Werk erzeugt, ähnlich einer Musikdose. Im Folgenden ein Kurz-Video dazu [mp4]:



VideoClip Musikwerk am Beispiel Studio Basel [mp4]



1935: Die PTT führt in Beromünster mit einem (in vertikaler Richtung) wesentlich längeren Antennendraht Versuche durch. Der Draht wird durch einen Ballon hochgehalten. Das gute Resultat führt zur Planung eines neuen Antennenturmes auf dem Blosenberg.

Um 1937 erfolgten Bau und Inbetriebnahme des 215 m hohen Blosenbergturmes. Dieser sollte Schwunderscheinungen (fading) vermindern (flachere Abstrahlung) und dank besseren Wirkungsgrades den Empfang in den Randregionen verbessern. Empfang wurde in ganz Europa möglich.


'Aufrichtefest' nach Fertigstellung des Blosenbergturms 1937:




Im Folgenden die dabei angewandte Arbeitstechnik am Beispiel einer Hochspannungsleitung: Ein Teilstück des Turmes wird um den 'Baumstamm' herum aufgebaut. Darauf kann der Baumstamm an diesem Teilstück hochgezogen werden und das 'Spiel' beginnt von neuem:



Der im Bau befindliche gleichartige "Schwesterturm" bei Sottens:




Der Blosenbergturm im Originalzustand um 1940:





Der Blosenbergturm mit Blitzeinschlag (Foto: PTT um 1950) und Befeuerung (Foto 2009):






Bild: Die Speisung des Turmes durch einen Freiluft-HF-Transformator auf der Höhe der Turmkanzel. Der Turm stellt einen etwas verkürzten Halbwellen-Vertikalstrahler dar, ausgeglichen ("verlängert") durch eine Dachkapazität und die Sekundärspule beim Einspeis-Trafo. Die Mitteeinspeisung ergibt die günstigste Stromverteilung und damit den besten Wirkungsgrad für die flache Abstrahlung (gegen Empfangs-Schwund).


Funktechnische Beschreibung des Blosenbergturmes:

PTT-Mitteilungen 1940



Mittlerweile standen also 3 Antennentürme bei Beromünster:





Ueber den Blosenbergturm wurde 1939 die Mobilmachung der Armee verkündet:

Mobilmachung (Philipp Etter)




Bild: Der Blosenberg-Turm 1964. (c) Comet Photo AG, Zürich



Die T-Antennen der "Schwestersender" Sottens und Monte Ceneri in den 1930er Jahren:

Antenne Sottens

Antenne_Monte_Ceneri



Kleiner Exkurs:
Der Vorkriegs-Mittelwellensender "Radio Liechtenstein" bei Vaduz

Der Liechtensteinische Landessender 1938 - 1939

Bereits um den 15. Oktober 1938 meldete sich 'Radio Liechtenstein' auf Mittelwelle 209,9 m aus Vaduz mit ca 1 kW Senderleistung. Ein anspruchsvolles Programm konnte indes wegen finanzieller Schwierigkeiten nicht gesendet werden. Ein tägliches Unterhaltungsprogramm war jeweils auf wenige Stunden beschränkt. Der Maximalbestand des Archives umfasste 160 Grammophon-Platten. Am 21. November 1938 fiel die Antenne von 'Radio Liechtenstein' im Haberfeld einem Föhnsturm zum Opfer, was einen mehrtägigen Unterbruch nach sich zog. Gegen Jahresende 1939 wurde das einfache Musikprogramm von 'Radio Liechtenstein' mit Beginn des Zweiten Weltkrieges eingestellt, nachdem die Regierung die Bevölkerung über die Ereignisse und vorzusehenden Massnahmen informiert hatte.

Vorgeschichte:
Weil Liechtenstein keinen eigenen Radiosender besass, bemühten sich in der Zwischenkriegszeit verschiedene ausländische Gesellschaften um eine Konzession für eine Radiostation. Die Regierung verweigerte zuerst allen Interessenten die Bewilligung, doch aus finanziellen Gründen erhielt 1937 eine englische Gesellschaft die Zusicherung für eine Konzession. Die Engländer boten dem Land eine jährliche Konzessionsgebühr von 100'000 Franken und stellten in Aussicht, wenn international gesendet werden dürfe [es war auch ein Kurzwellensender geplant], könnten nochmals 200'000 bis 300'000 Franken aus der Werbung zusammenkommen.

Doch Liechtenstein konnte nicht ganz selbst entscheiden, denn mit dem Postvertrag von 1920 war die Schweiz für die Vergabe von Radiokonzessionen zuständig. Regierungschef Josef Hoop erreichte schliesslich in zähen Verhandlungen mit der Schweiz im Jahre 1938 die Zustimmung für 'Radio Liechtenstein'.

Radio Liechtenstein war im Land selbst sowie in Richtung Süden bis Chur und in Richtung Norden bis zum Bodensee zu empfangen. Beispiel einer Programmvorschau:

11.00 Der Hörer hat das Wort.
11.30 Volkswirtschaftliche Umschau.
12.00 Schluss.

18.00 Lieder mit Klavierbegleitung.
18.30 Liechtenstein als Reiseland.
19.00 Kabinettmusik von Schallplatten.
19.30 Wetter.
19.45 Schluss.




Der Sender:





Das Regiepult, u. a. mit Grammophon:




Zwei Kundmachungen im Liechtensteiner Volksblatt vom 31.8.1939 und 2.9.1939:




Bildquelle und ausführliche Dokumentation unter:

http://www.eliechtensteinensia.li/JBHV/1973/73/Radio_Liechtenstein.pdf



Der Zweite Weltkrieg - Legendäre Rundfunk- und Kommunikations-Sender im Reduit:

Reduit-Sender:


Reduit-Sender waren Reservebauten, einerseits von Mittelwellen-Sendern zur Information der Bevölkerung bei Ausfall des normalen Radionetzes oder bei feindlicher Uebernahme der Landessender, anderseits von Kurzwellensendern mit anderen Aufgaben. 1940/1941 wurden solche Mittelwellen-Reduit-Sender auf der Klewenalp und auf Melchsee-Frutt, ferner zur gleichen Zeit ein Kurzwellen-Reduit-Sender auf Hirzenboden ob Schattdorf aufgebaut. Der Sender auf Hirzenboden (Haldiberg/Altdorf) und ein Kurzwellensender bei Lenk im Berner Oberland waren wie bereits erwähnt nicht für den öffentlichen Rundfunk geplant, sondern hatten weiter unten beschriebene Aufgaben. Die beiden MW-Reduit-Sender gaben HF-Ausgangsleistungen von je 10 kW auf die symmetrischen Freileitungen [über 'Telefon'-Masten geführte Drähte] und konnten auf die Frequenzen der Landessender abgestimmt werden. Ein unterirdisches Radiostudio war in Silenen/UR eingerichtet. Regelmässige Uebungen zeigten, dass diese Sendeanlagen die an sie gestellten Anforderungen erfüllten.

Während des Zweiten Weltkrieges dienten zunächst die im Folgenden beschriebenen Reduit-Sender/ Mittelwellensender Melchsee Frutt und Klewenalp (täglich 2 mal 4 Stunden), später dann der Landessender Beromünster an Samstag-Nachmittagen unter anderem der Ausstrahlung von militärischen Übungssendungen für Gehörlesen (Morsen).


Der Reduit-Sender Melchsee-Frutt:

Die folgenden acht Bilder zeigen den 85 Meter hohen Turm des Reduit-Senders Melchsee-Frutt an seinem ersten Standort. Der Sendeturm wurde dort 1941 - nachdem 1940 die Frutt zum Reduitgebiet erklärt wurde - am Ost-Ufer des noch kleinen Melchseeleins aufgebaut. Von einem Genietrupp wurde ebenfalls um 1941 eine Elektrizitätsleitung auf die Frutt gebaut (für den Sender und die anderen militärischen Reduit-Einrichtungen).


Die dazugehörende Sendeanlage wurde in einem nahen Stollen des Bonistocks errichtet. Der Sendeturm an seinem ersten Standort (ca 1941 bis 1954):

Luftaufnahme von 1945:





Folgendes Bild zeigt die Masten der symmetrischen Speiseleitung vom Turm und Erdnetz zum Stolleneingang:


(c) armeefunk



Auf folgendem Bild erkennt man links vom Turm zwei wegführende Leitungsmasten zu einem 'Gartenhag'. Vermutlich handelt es sich dabei um ein Anpass-und Abstimm-Netzwerk:


(c) armeefunk



Vier Jahre später (1949) wurde folgende Luftaufnahme in der Gegenrichtung gemacht. In der offiziellen Version ist der Turm wegretouchiert. Im Folgenden kann hier, da eine Geheimhaltung heute obsolet ist, eine 'unzensurierte' Version dieser Aufnahme gezeigt werden:




Der Sendeturm auf alten - für den ersten (Kriegs-)Standort seltenen Aufnahmen:








Nach dem Krieg wurde um 1956 der Seespiegel als Folge eines Kraftwerk-Neubaues (Ersatzbau) um 6 Meter angehoben. Dies erforderte die Verlegung des Sendeturmes. Er wurde abgebaut und erhöht am Weg zum Bonistock wieder aufgebaut, wo er bis 1988 stand. Die unterirdischen Sendeeinrichtungen blieben bei der Turmversetzung am gleichen Ort. Der Stollen-Eingang an der Strasse zur Sendeapparatur war bis 2011 noch gut zu erkennen (unten Bild links). Er wurde dann als Eingang für den Lift umgenutzt. Der neue Eingang rechts davon dient der Beschneiungsanlage-Pumpe (Bild rechts):




Flugaufnahme von 1971 der Melchsee-Frutt mit Sendeturm am zweiten Standort am Weg zum Bonistock:





Ein Ausschnitt daraus zeigt eine zusätzlich aufgebaute Antennenspitze (Mastrohr) zur Erhöhung des Turmes und 'ringförmig' angeordnete Stangen um den Turm. Spekulation: Es könnte sich um ein Radials-System handeln, da ein Erdnetz in diesem felsigen Untergrund schwierig zu erstellen wäre. Zum Teil könnte es sich auch (allenfalls zusätzlich) um Stützpunkte für Kurzwellen-Drahtantennen handeln, denn an diesem Standort war auch ein Kurzwellensender eingerichtet:






Der Sendeturm am zweiten Standort; Flugfoto Werner Friedli 1958; © armeefunk




Folgende zwei zeitgenössischen Ansichtskarten zeigen den Sendeturm an seinem zweiten Standort (1954 bis 1988):





Der rote Pfeil auf folgendem Bild zeigt vom ersten zum zweiten Standort des Sendeturmes des Reduit-Senders Melchsee-Frutt. Der "alte" und der "neue" Melchsee sind übereinander kopiert, im gleichen Massstab und in den Koordinaten aufeinander ausgerichtet (Landeskarte und Siegfriedkarte).


Quelle: Bundesamt für Landestopografie swisstopo


Folgendes Bild: Der Sendeturm im Datensatz der Landeskarte 1976:


Quelle: Bundesamt für Landestopografie swisstopo


1988 wurde der Radio-Sendeturm am Melchsee abgebaut, da inzwischen UKW 77 seine Aufgaben übernommen hatte.


Auf folgenden Luftaufnahmen von swisstopo sind die beiden Standorte des Turmes leicht auszumachen. Die Aufnahmen zeigen jeweils besonders den Turm-Schatten, aber auch den Turm selber. (Die Bilder sind ja "senkrecht" von oben):


Bild: Der Sendeturm am ersten Standort um 1946; Quelle: Bundesamt für Landestopografie swisstopo



Das folgende Bild zeigt nebst des Turmschattens auch die Mastfundamente und den eigentlichen Turm:


Bild: Der Sendeturm am zweiten Standort um 1980 (darunter am Ufersträsschen der Stolleneingang)
Quelle: Bundesamt für Landestopografie swisstopo




Praxis der Geheimhaltung:

Es gibt viele "historische" Ansichtskarten der Melchsee Frutt. Aber: Den Sendeturm am ersten Standort darauf zu finden, entspricht der Suche nach der Nadel im Heuhaufen, denn die Ansichtskarten wurden meist so aufgenommen, dass der Turm gerade nicht mehr im Blickfeld war, oder dann wurde er weg retouchiert. Der Website-Betreiber hat lange nach den oben gezeigten Fotos vom ersten(!) (Kriegs-)Standort des Sendeturmes gesucht. Zum Beispiel dürfte der Sendeturm auf folgender Ansichtskarte einer (fast) perfekten Retouche zum Opfer gefallen sein, wobei allerdings die Spiegelung der Turmspitze im See übersehen/vergessen wurde.




Das folgende ähnliche Bild zeigt die entsprechende Spiegelung und den nicht retouchierten Turm:




Und hier ist rechts noch der Schatten des Turmes, nicht aber dieser selbst im Blickfeld:







Der Reduit-Sender Klewenalp:

Er hatte auch einen 85 Meter hohen Sendeturm ähnlicher Bauart wie jener auf Melchsee-Frutt. Der Sendeturm wurde 1976 abgebaut (UKW 77).

Standort des Sendeturms im Datensatz von 1969 der Eidgenössischen Landestopografie:


Quelle: Bundesamt für Landestopografie swisstopo


Der Standort des Reduit-Sendeturmes auf der Klewenalp:


Flugaufnahme; (c) Comet Photo AG 1963




Im Folgenden werden drei Ansichten des Sendeturms um 1946 gezeigt. Man beachte auch beim 2. und 3. Foto die symmetrische Zweidraht-Speiseleitung zur Zuführung der Hoch-Frequenz aus dem "Stollen" ( © armeefunk ):




Bild: Reduitsender Klewenalp (© armeefunk)



Bild: Reduitsender Klewenalp (© armeefunk)



Bild: Reduitsender Klewenalp (© armeefunk)


Telefon-, Telegrafen- und Modulationsleitungen erreichen Klewen und gehen "in den Untergrund":


© armeefunk




Auf funkhistorisch interessanten Ansichtskarten (auch auf Melchsee-Frutt) wurde verständlicherweise mitunter vor der Veröffentlichung der Sende-Turm 'eliminiert', bzw. der Bildausschnitt so gewählt, dass der Turm gerade nicht mehr 'auf's Bild kam'. Zum Thema 'frisierte' Ansichtskarten: Die folgenden drei Ansichtskarten konnten zu verschiedenen Zeiten gekauft werden. Bei allen drei Ansichtskarten sind die gleichen Skifahrer drauf, aber die Karten kamen offenbar in verschiedenen Auflagen in den Verkauf. Beim ersten Bild ist der Turm (versehentlich?) unverändert zu sehen, während er bei einer Folge-Auflage (zweites Bild) nur noch bei genauem Suchen und Hinsehen erkennbar ist (die Wolken dürften dort 'ergänzt' worden sein):


Bild: Reduitsender Klewenalp (© armeefunk)






Bei einer nochmals späteren (farbigen) Auflage - immer noch auf dem selben Ursprungsfoto basierend - ist der Turm ansatzweise zu sehen (unvollständige Retouche):






Mitunter konnten offenbar im gleichen Jahr Karten selbigen Ursprungs, jedoch mit oder ohne Sendeturm gekauft werden, je nach Verkaufsstelle und deren Lagerbestand:





Auch die folgenden zwei ähnlichen Ansichtskarten ermöglichen einen interessanten Vergleich. Dabei ist die zweite Ansichtskarte (ca 1950) mit dem fast vollständig weg-retouchierten Turm (rote Ellipse) älter (auf Grund der Bauart der Skilift-Masten ['Ergglen'-Gurtenlift von 1943]):



Bild: Reduitsender Klewenalp (© armeefunk)



Bild: Reduitsender Klewenalp (© armeefunk)


Bei folgender Ansichtskarte konnte sich der Fotoautor in Sachen 'Sendeturm' (ganz rechts im Bild) offenbar nicht entscheiden. Der lange Schatten lässt aber die beachtliche Höhe des Turmes erahnen:





Die Klewenalp mit Sendeturm und Aussicht auf einer zeitgenössischen Ansichtskarte:




Der Sende-Turm auf einem Luftbild von swisstopo:



Bild: Der Sendeturm Klewenalp um 1969 mit "Chalet" [Stolleneingang]
Quelle: Bundesamt für Landestopografie swisstopo





Zur Empfangsqualität der Reduit-Sender (im Vergleich zu derjenigen der Landessender):

Negative Aspekte: Abstriche mussten wegen geringerer Leistung, meist grösseren Abstandes zwischen Sender und Empfänger und geringeren Antennen/Abstrahl-Wirkungsgrades gemacht werden.

Positive Aspekte: Die Landessender hatten noch Exklusiv-Frequenzen. Die Qualität der (Röhren-)Mittelwellen-Radios war wesentlich besser als die der später aufkommenden AM-Empfangsteile bei transistorisierten Empfängern (von "Weltempfängern" einmal abgesehen). Elektrosmog im heutigen Ausmass gab es nicht und vielfach wurden noch Draht-/Ruten-/Reusen-Aussenantennen verwendet.

Abschliessend kann gesagt werden: Wo Beromünster, Sottens und Monte Ceneri kamen, konnten auch die Reduit-Sender gehört und verstanden werden. Es ging ja nicht um Konzertübertragungen, sondern um Nachrichtensendungen.

Nachwort: Ältere Radiohörer erinnern sich wohl noch an die beiden österreichischen Mittelwellenprogramme, die bis in die Region Zürich gut empfangen werden konnten. Auf den Radioskalen stand in der Nähe von "Beromünster" zwar "Innsbruck", aber in der Schweiz kam das entsprechende Programm vom (Relais-)Sender Dornbirn-Lauterach. Dieser Sender ist etwa mit den Schweizer Reduit-Sendern vergleichbar: "Am 6. November 1955 erfolgte die Inbetriebnahme neuer Sender in Lauterach. Das 1. (regionale) Programm wurde auf 629 kHz mit 25 kW, das 2. (nationale) Programm auf 1025 kHz mit 10 kW ausgestrahlt." Quelle dazu: http://www.wabweb.net/radio/radio_a/radio_a3f.htm


Der Reduit-Sender Hirzenboden/Altdorf:


Ein geheimnisumwobener Reduit-Sender stand auf Hirzenboden ob Bürglen/Altdorf.
Es war dies ein Kurzwellensender, gedacht als Not-Ersatz für den
Kurzwellensender Schwarzenburg. Seine Lage ist auf folgendem Bild gelb markiert:




Bild: Der Standort der Anlage auf Hirzenboden


Ein Luftbild von Werner Friedli um 1958 zeigt die Sendeanlage Hirzenboden mit Rhomusantenne, ferner (beim äusserten Masten rechts) das Sender-Chalet und rechts über diesem den 'mysteriösen' Dipol für das 75 m -Rundfunkband:


Bild: © armeefunk; Der Reduitsender Hirzenboden.
Die Teleobjektiv-Aufnahme lässt den Hintergrund zu nah erscheinen. Es ist noch das Riedertal dazwischen.


Der 'mysteriöse' Dipol für das 75m - Band strahlte eigentlich ausserhalb des Empfangsbereiches üblicher Heim-Radios und war auf Grund der für die Wellenlänge geringen Aufbauhöhe ein Steilstrahler. Die Effizienz der Antenne wird als 'nicht so gut' angegeben: Letzteres lässt vermuten, dass die Bodenbeschaffenheit ungünstig war und ein deshalb nötiges (Reflektor-)Erdnetz - wie später bei Sarnen - fehlte.

Im Gegensatz zu den beiden Gittermasten der Mittelwellensender Klewenalp und Melchsee-Frutt hatte dieser Sender ein Holzmasten-Antennensystem. Ein Augen-Zeuge beschreibt dies so: '... doppelte Holzmasten, dazwischen oben jeweils ein einzelner Holzmast an/auf-gesetzt ...'. Dies deutet auf folgenden Sachverhalt: Die Antenne war eine Rhombusantenne (Hochleistungsantenne in fixe Richtung) ähnlich der legendären späteren 'Korea-Antenne' auf dem Kasernen-Areal in Bülach (näheres dazu auf der Fortsetzungsseite im Abschnitt Korea-Funk). Die Rhombusantenne auf Hirzenboden hatte Diagonalen von ungefähr 131 m und 51 m und Masthöhen von etwa 25 Metern. 1971 kam als Ergänzung der Anlage eine Logarithmisch-Periodische-Antenne dazu. Diese war auf einem ca 20 Meter hohen Mast angebracht.

Die Kurzwellen-Sendeanlage Hirzenboden [um Störungen durch Duplex-Betrieb zu vermeiden war die Empfangsanlage an einem anderen Ort, siehe später] war natürlich nicht für den öffentlichen Inland-Rundfunk gedacht, sondern für gesicherte (Not-)Anschlüsse an das weltweite Telefon- und Telegrafen-Netz via New York (siehe weiter unten) und für die Stimme der Schweiz im Ausland. Der BBC-Sender (3...30 MHz) war [gemäss noch vorhandener Unterlagen] u. a. eingerichtet für Rundfunk im 75m-, 49m-, 31m-, 25m- und 19m-Band mit 10 kW AM-Senderausgangsleistung. Bei CW-Betrieb gab er 20 kW ab. Die Anlage diente also neben dem Auslandrundfunk auch als 'Eiserne Reserve' für die eben erwähnten Nicht-Rundfunk-Dienste, die bereits ab 1939/40 von Schwarzenburg aus getätigt wurden.

Kleiner Exkurs:

Die eben erwähnten Kurzwellen-Dienste ab 1940 der drahtlosen Verbindung über den Kurzwellensender Schwarzenburg (Empfang in Châtonnaye wegen Duplexbetrieb) umfassten neben Verbindungen mit den USA auch solche mit Mexiko und Zentralamerika. Einige Monate später erfolgte der direkte Verkehr mit ganz Südamerika sowie mit Japan und Korea. Während des Kriegs wurden auch direkte Verbindungen zu England, Spanien und Portugal eröffnet, da die Drahtverbindungen unterbrochen waren. Mindestens den wichtigsten Teil dieser Dienste (via New York unter Umgehung europäischer 'Provider') konnte Hirzenboden ersatzweise übernehmen.

Walter Angst hat im SJW-Heftchen Nr. 352 "Fräulein, bitte San Francisco..."[erschienen 1949] didaktisch ansprechend dargestellt, wie Uebersee-Telefonate in Schwarzenburg gesendet und in Chatonnaye empfangen wurden:




1951 gab es 3 Telefon-Linien zwischen den USA (New York) und der Schweiz (Schwarzenburg/Chatonnaye).



Bild: Die 3 Schweizer Linien der Kurzwellen-Telefonie in der Gegenstation New York ("Berne"). Transatlantik-Kabel für Telefonie (nicht Telegrafie!) gab es erst ab 1956.






Rhombusantennen (Schwarzenburg, Hirzenboden, Bülach) ermöglichen Breitbandigkeit und ausgeprägte Richtwirkung mit entsprechend hohem Gewinn bei relativ flacher Abstrahlung (je nach Frequenz). Sie eignen sich daher ganz besonders für gerichteten Kurzwellen-Fernverkehr in den höheren KW-Bändern, sind aber auch auf längeren Kurzwellen (z. B. 49m-Band) noch einsetzbar.


Das folgende Bild zeigt eine Planskizze der 'Hirzenboden'-Rhombusantenne. Sie war sehr ähnlich der 'Korea-Antenne' Bülach - auch in den Abmessungen. Durch geometrische Auswertung verschiedener Bilder ergaben sich folgende recht genauen Abmessungen:




Die wichtigste telefonische Gegenstation für Schwarzenburg - dazu noch ausserhalb Europas - war wie gesagt in New York. New York war natürlich in der Lage, Telefongespräche weltweit zu vermitteln. Die Schweiz sollte auch bei Ausfall von Schwarzenburg und völligem Verlust europäischer (Draht-)Anschlüsse weiterhin und direkt mit der gesamten Welt telefonieren können, ohne den Umweg über London (natürlich nicht für blabla ...). Demnach war die Rhombusantenne auf Hirzenboden in Richtung New York ausgerichtet:


Quelle: Bundesamt für Landestopografie swisstopo



Die folgende Luftaufnahme von swisstopo (Eidg. Landestopographie) zeigt die Antennen der Sendeanlage Hirzenboden. Man beachte, dass man vor allem die Mast-Schatten , denn das Luftbild ist ja mehr oder weniger 'senkrecht' von oben aufgenommen. Im oberen Teil die Rhombusantenne, links unten die 1971 hinzugekommene LogPer-Antenne und unten rechts die beiden Masten für den 75m-Europadipol. Die Antennenanlage auf Hirzenboden wurde - wie bereits erwähnt - 1971 durch eine Logarithmisch-Periodische-Antenne ergänzt (auch bei Schwarzenburg wurden solche Antennen als Ergänzung der dortigen Anlage aufgebaut). Solche LogPer-Antennen haben zwar einen kleineren Gewinn als (fixe) Rhombusantennen, lassen sich dafür aber in jede Richtung ferngesteuert drehen:


Luftaufnahme: Sendeanlage Hirzenboden um 1990, Quelle: Bundesamt für Landestopografie swisstopo



Im August 1971 war die Sende-Anlage Hirzenboden komplett. Siehe dazu folgendes Bild: Spuren des Grabens für die Zuleitung zur kürzlich aufgebauten LogPer-Antenne, rot markiert die Masten mit ihren Schatten der Rhombusantenne, blau diejenigen der Dipolantenne und grün das Sender-Chalet. Es steht noch der alte Hof Hirzenboden und die Strasse ist noch nicht gebaut:


(c) Swissair Photo AG, 1971


Wie bereits erwähnt durften zur Störvermeidung bei Duplexbetrieb (gleichzeitige zweiseitige Kommunikation) Sender und Empfänger nicht am selben Ort stehen. Daher befand sich die zum Sender Hirzenboden gehörende Empfangsstation südlich von Seelisberg. Ihre Rhombusantenne (Mastschatten!) ist auf folgendem Bild von 1954 leicht auszumachen.:


Bild: Die mit dem Sender Hirzenboden koordinierte Empfangsstation (Schatten der Rhombusantenne-Masten); Quelle: Bundesamt für Landestopografie swisstopo


Ein Luftbild [Werner Friedli um 1958] zeigt die vorangehende Ansicht von der Seite:


Bild: Empfangsantenne (Rhombus) Wald-Seelisberg um 1958.





Rekonstruktion der Rhombus-Antenne auf Hirzenboden:


Drei der vier Masten der Rhombusantenne [Rekonstruktion gemäss Unterlagen]. (c) armeefunk



Die LogPer-Antenne ist 1985 im Datensatz der Eidgenössischen Landestopografie enthalten, nicht aber die Rhombusantenne, die offenbar zu stark einer 'Holzmasten-Telefonleitung glich' ;-) :


Quelle: Bundesamt für Landestopografie swisstopo



Der von der IG-Uebermittlung aufgefundene BBC-Kurzwellensender dieser Reduit-Sendeanlage Hirzenboden wird durch die

HAMFU / IG-Uem (Interessengemeinschaft Übermittlung)

restauriert und als historisches Erbe instand gehalten:


Schrank A

Schrank B

Schrank C

Schrank D

Schrank E

Gesamtansicht

Typenschild an
Schrank C
(c) Copyright Bildergalerie
Walter Schmid von


Die Verwandtschaft mit dem Rundspruchsender S-500 (Sender "Emil"), SO 32/10k Brown - Boveri, Baden ist unverkennbar.







Anfangs der 1990er-Jahre wurde der Funk-Standort Hirzenboden aufgegeben und abgebaut. Modifizierte Aufgaben gingen an andere Standorte über - mit in alle geografischen Richtungen ausrichtbaren/drehbaren LogPer-Kurzwellen-Antennen:


Bilder © armeefunk: Beispiele Logarithmisch-Periodischer-Antennen. Links: Sendeantenne (bis 25 kW). Rechts: Koordinierte Empfangsantenne, aber an anderem Standort (im Sendefall 1 kW CW).


Antennen dieser Art sind breitbandig und haben ein hohes Vor-/Rück-Verhältnis bei mittlerem Gewinn. Sie ermöglichen dank Verwendung von Kurzwellen den direkten Kontakt mit Schweizer Stationen auf der ganzen Welt (Botschaften, Schiffe usw.) ohne Verwendung von Infrastrukturen Dritter, also auch wenn Satelliten- und Internet-Verbindungen 'gekappt' worden sind.

Von der Sende-Anlage auf Hirzenboden sind 2014 der Senderbunker (mit dem zur Tarnung darauf gebauten Chalet, heute Privatbesitz) und der unterirdische Bunker für die Diesel-Notstromversorgung noch vorhanden.


Bild [Mai, 2014]: Im "Keller" unter diesem "Chalet" standen die Sendeapparaturen

Bild [Mai, 2014]: Der Eingang zum unterirdischen Notstrom-Aggregat mit Dieselmotor





Bild [Mai, 2014]: Auf diesem Areal stand die Rhombusantenne und strahlte über die Niederung
des Gebirgs-Hintergrundes nach New York




Am 31.12.2014 wurde der Botschaftsfunk 'eingestellt', was in interessierten Kreisen 'Erstaunen' ausgelöst hat. Wie es genau weiter geht, lässt sich im Moment nicht sagen. Die Kurzwelle wird aber kaum aufgegeben, aber wohl organisatorisch und technisch 'umgekrempelt'. Momentan zuständig ist die Funkunterstützungsbrigade 41. Diese beschreibt ihre Aufgaben wie folgt:

Führungsunterstützung (FU) umfasst alle Tätigkeiten und Infrastrukturen, welche die Führungsfähigkeit der Armee und des nationalen Krisenmanagements sicherstellen. Dazu zählen das Betreiben von Führungsanlagen, krisenresistenten Telekommunikationsinfrastrukturen, Rechenzentren, zivilen und militärischen Informatikanwendungen sowie die permanente Luftraumüberwachung mittels Radar. Weitere Spezialbereiche bilden z.B. Elektronische Kriegführung, Botschaftsfunk, Sprachspezialistendienste und Kryptologie.

Und an anderer Stelle:

Auftrag Botschaftsfunk Kompanie: Die BF Kp 41/3 hatte den Auftrag, als Unterstützungselement den Botschaftsfunk der Schweiz zu gewährleisten. Die Kompetenz HF bleibt bis zur Umsetzung der WEA erhalten. (HF => Kurzwelle; WEA => Weiter-Entwicklung-Armee.)



Der Reduitsender Haldiberg

Dieser Sender der Radio Schweiz lag etwas unterhalb der Anlage von Hirzenboden. Der Sender gab 10 kW an die Rhombusantenne in Richtung New York. Empfangen wurde auch in Wald/Seelisberg. Die Rhombusantenne ist auf folgenden Bildern leicht auszumachen:


© armeefunk




© armeefunk




Das folgende Bild zeigt die Rhombusantenne Hirzenboden (obere Markierung) und die 'Renaturierung' der kurz zuvor abgebauten Sendeanlage Haldiberg (untere Markierung):


© Swissair Photo AG 1969



Der Reduitsender Emmetten

Ein kleiner 'Schwestersender' zu demjenigen auf Hirzenboden stand in Emmetten. Dazu konnte mit realistischem Aufwand noch folgendes ermittelt werden:

Der Sender war ganz in der Nähe des heutigen Hotels 'Seeblick' Emmetten (siehe folgende Karte):


Quelle: Bundesamt für Landestopografie swisstopo


Auf einem Luftbild von 1954 sind die Schatten der vier Rhombus-Antennen-Masten zu sehen:




Die Masten waren aus Holz (Typ Hirzenboden oder auch Korea-Antenne Bülach), d. h. zwei Stangen als Basis und darüber dazwischen noch eine Stange als obere Hälfte. Gerichtet war die Antenne nach New York (wie diejenigen auf Hirzenboden und Haldiberg). Es standen zwei Sender zu je 2 kW P(out)zur Verfügung. Die zugehörigen Empfänger waren in der Empfangsstation Wald/Seelisberg, die auch für die Sender Hirzenboden und Haldiberg arbeitete. Der Sendebunker 'sei' heute noch vorhanden. Betreiber waren EMD und PTT.


Hier ein Luftbild von Werner Friedli um 1958. Rechts auf der Anhöhe dürfte es sich um ein anderes Antennensystem handeln. Bauvisiere sind es eher nicht, denn dort stand nie ein Gebäude und ein solches wäre auch etwas hoch geworden:


© armeefunk

Auch 1969 ist die Antenne auf Luftbildern noch zu sehen, aber 1975 nicht mehr.





Mobiler Reduit-Rundfunksender


Zusätzlich wurde ein fahrbarer Mittelwellen-Sender als Reserve für das öffentliche Radio (Landessender) bereit gehalten.

Folgende Bilder von 1942 zeigen Einzelheiten dieses mobilen Hasler H 250 Mittelwellen- Reduitsenders, der auf 7 Wagen verteilt war und auch eine Gesamtsicht:



© armeefunk





© armeefunk




Zwei Detailbilder zu anderen Wagen des Senders:





Ein Bild eines weiteren Wagens, u.a. mit 2 Ventilatoren zur Kühlung. Uns zugewandt ist eine Handbremsen-Stange und eine Art 'Sitzbank', wie beim vorangehenden Foto. Diese 'Sitzbank' dürfte aber in erster Linie dem Schutz (Verschalung) von Fahrwerksteilen dienen. Rechts im Bild ein weiterer Wagen des Fahrbaren Senders:



© armeefunk




Folgendes Bild zeigt den kompletten mobilen Landes-Sender. Im Vordergrund steht der (Not-)Stromversorgungs-Wagen (Sulzer 6-Zylinder-Dieselmotor), im Hintergrund ist der Bonistock zu erkennen. Das Foto ist also auf Melchsee-Frutt aufgenommen. In der Wagenkolonne dürfte auch ein (Not-)Studio, Ersatzteile, Werkzeug und Antennenmaterial vorhanden sein. Dieses Foto wurde 1946 aufgenommen. Warum diese Wagen dort standen ist nicht klar: Im Berg drin bestand ja bereits eine Sendeanlage. Ist diese aus irgend einem Grund herausgenommen oder ausgetauscht worden?


© armeefunk


Technische Daten des Senders:







Der Reduitsender Lenk

Ein sehr stark vergrösserter Ausschnitt aus einem Luftbild von Werner Friedli 1957 lässt zwei Masten dieses Senders 'erahnen'. Im Weiteren ist mindestens ein 'Gebäude' zu erkennen. Getarnter Eingang und/oder Abstimmhäuschen und Ausgang nach 'übertag' der Speiseleitungen? Die Sendeapparaturen waren in einer Kaverne unterhalb der Antennenanlage eingebaut. In diesen Bunker wurde 1974 eine Sendeapparatur für Schweizer Radio International eingebaut und heute wird die Kaverne als Käselager genutzt:


Für 'Luftbild-Auswertungs-Spezialisten':
Reduitsender Burgbüel/Lenk 1957; (c) Werner Friedli



1974 nahm eine vorher erwähnte Aussenstation des Kurzwellensenders von Schweizer Radio International (3 Antennen gelb bezeichnet) den Betrieb 'aus dem Untergrund' auf. Vom 'starken Reduitsender' Lenk i. S. können wenigstens noch Spuren (rote Kreise) auf Luftbildern gefunden werden. Innerhalb des roten Kreises im Bild rechts ist wenigstens 1 Mastschatten identifizierbar. Die Sendeapparatur war unterirdisch im Burgbüel (südöstlich von Lenk) eingebaut:

:


Bild links: 1985; Bild rechts: 1960; © swisstopo



Das SRI-Antennenfeld 1995 kurz vor der Ausserbetriebsetzung





UKW 77 / IBBK Radio

Ab 1977 wurde ein Nachfolge-System eingeführt: UKW 77 / IBBK. Dieses System war eine Neuauflage seines AM-Vorgängers aus dem Zweiten Weltkrieg. UKW 77 / IBBK kommt in ausserordentlichen Lagen, wenn die ordentlichen Radiosender gestört sind, oder deren Betrieb stark eingeschränkt ist, zum Einsatz. Über ausfahrbare Notantennen werden die Radiosendungen ausgestrahlt. Bei UKW 77 / IBBK kann die Sendeleistung massiv erhöht werden, so dass der Empfang auch in Schutzanlagen und Schutzräumen möglich wird. Nach den Sendungen können die Notantennen wieder eingefahren werden. UKW 77 läuft heute unter dem nichtssagenden Namen IBBK-Radio (Hauptsache: Logowechsel, was bei Radio/TV in der Schweiz ja Tradition hat).

Die Antennen von UKW 77:


Links: Antenne auf 30 Meter Höhe ausgefahren; Rechts: Ausfahren einer Antenne.




Bild: Antenne eingefahren unter Schutzabdeckung.



Zu den Sendeleistungen:
Obige Antennen weisen - wie man auf dem Detailbild sehen kann - vertikale Polarisation mit Rundumstrahlung auf und zwar mit 3 dB (Stockungs-)Gewinn. Sie werden mit 10 kW-Sendern angesteuert, womit man eine ERP von 20 kW (in alle Richtungen) erhält. Falls die Hauptantenne in der jeweiligen Situation noch verwendbar ist, ergibt sich eine besonders hohe ERP. Das ist in beiden Fällen viel im Gegensatz zu üblichen UKW-Sendern, die selbst in der Hauptstrahlrichtung in der Regel wesentlich weniger abgeben.




Resistance Suisse 1940-1990:



Ein Resistance-Sender zu den Vorbereitungen der Schweizer Armee für den Widerstand im feindbesetzten Gebiet (Geheimauftrag von General Guisan). Beachte dazu das REWI-Projekt:

Militärhistorische Stiftung des Kantons Zürich






Zum Problem Ersatzröhren für die Landessender im 2. Weltkrieg:

Exkurs: Entwicklung der legendären BBC-Senderöhren


Nach dem Krieg wurde beim Sender Beromünster ein weiteres Gebäude angefügt und ein neuer BBC-Sender für 200 kW eingebaut (Betrieb mit 150 kW). Es ist dies der erste Gross-Sender der BBC Baden, welcher aus umfangreichen Erfahrungen während des Krieges bei der Röhrenproduktion und beim Senderbau entstand. Mit diesem Sender konnten weitere Erfahrungen im Grosssender-Bau gesammelt werden. BBC erreichte mit dem Senderbau schliesslich Weltspitze. Ab ca 1950 ist dem Sender die Frequenz 529 kHz zugewiesen (Kopenhagener Wellenplan). Aber die Alpentäler und Randgebiete klagten weiter über ungenügenden Empfang. So baute die PTT Ende 40er-Jahre in Savièse VS, Chur GR und Sool GL Mittelwellen-Kleinsender (um 1 kW) im kurzwelligen Mittelwellenbereich:

Die Mittelwellen-Relaissender für 'Radio Beromünster' und 'Sottens':

Diese Kleinsender arbeiteten im kurzwelligen Teil des Mittelwellenbandes mit Leistungen von 0.1 bis 1 kW:

Sender Chur (Relais 'Radio Beromünster'): 20./27. April 1948 bis 2. Okt. 1967. Senderausgangsleistung: 100 Watt, ab 1951 dann 500 Watt.

Sender Sool (Glarus) (Relais 'Radio Beromünster'): 1948 bis Mitte 1960er Jahre.

Sender Savièse (Wallis) (Relais 'Sottens'): 1948 bis 2005.




Der Mittelwellen-Sender Chur

stand auf dem Rosenhügel bei der Spitzkehre der Strasse zur Lenzerheide hinauf:


Quelle: Bundesamt für Landestopografie swisstopo, 1956



Ein Foto des Mittelwellen-Senders Chur kurz nach Inbetriebnahme 1948. Man beachte links das 'romantische' Sender-Chalet, zwei 'schräge' Stangen in der Wiese als Ansatzpunkte von Abspannungen und die Abstimmbox, welche links über einem Baum noch etwas hervorragt - und: Leider ist nicht der ganze Mast auf dem Bild:


Im Bild links: Kleines 'Chalet'-Sender-Häuschen. Im Bild rechts: Antennenmast über Abstimm-Box; © armeefunk


Im Bündnerischen Monatsblatt vom April/Mai 1948 steht dazu:



Bemerkungen: 'Turmantenne' --> 'Antennenmast'. Und es gab schon damals sicher viel mehr als 4000 Hörer im Einzugsgebiet des Senders, gemeint sind wohl: Radiokonzessionäre.



Der Sender am 12.6.64 mit Schutzbau um die Abstimm-Box und unterhalb das 'Sender-Chalet'
(Flugaufnahme-Ausschnitt, extrem vergrössert); (c) Comet Photo AG Zürich





Der Mittelwellen-Sender Sool

auf einer Terrasse über Schwanden/Glarus auf einem Luftbild von 1954:


Bild: Der Mast (5-Uhr-Stellung) und sein Schatten (1-Uhr-Stellung) sind sichtbar. Quelle: Bundesamt für Landestopografie swisstopo




Bild: Der schlanke Mast des 1948 erbauten Mittelwellensenders Sool um 1953.
Die Mast-Abspannungen sind im Bild (natürlich) nicht sichtbar.




Abstimmbox und Mast beim Mittelwellensender Sool am 11.9.1964, Sendeapparatur in benachbartem Haus.




Der Mittelwellen-Sender Savièse

Seine Antenne war zuletzt als Drahtantenne an einem Funkturm für andere Dienste befestigt. Es ist die gleiche kostengünstige Methode wie beim bereits oben beschriebenen Sender Münchenbuchsee, aber im Gegensatz zu Letzterem mit Oben-Einspeisung:





1956 bis 1974 war am Montagabend während des Wunschkonzertes (Willy Buser, 1957 bis 1968) der Journalist Hans Forster als «Briefkastenonkel» aus dem Radio-Studio Basel zu hören, eingestimmt durch ein melodiöses Spiel auf einem Xylophon.

Hörproben:



Willy Buser (mp3-Audio)

Hans Forster (mp3-Audio)



Ab 1961 sendete Radio Beromünster an den nun vielerorts arbeitsfreien Samstagen durchgehend von 6.15 Uhr bis 23.15 Uhr. An Werktagen blieb die Sendepause von 13.45 Uhr bis 16.00 Uhr noch bestehen.

1963 schloss Radio Beromünster an Werktagen die nachmittäglichen Programmlücken von 13.45 Uhr bis 16.00 Uhr.

Ab 1981 sendete Radio DRS rund um die Uhr (24 Stunden).

1961 wird der ursprüngliche Marconi-Sender in Beromünster durch einen 250 kW BBC-Sender ersetzt.


Der "Kalte Krieg" und andere Umstände liessen die Anzahl Sender in Europa und auch ihre Leistung ständig steigen. Immer mehr Sender hielten sich auch nicht an den Kopenhagener Wellenplan. Empfangsstörungen blieben unausweichlich. Auch die PTT musste leistungsmässig mitziehen.

Mitschnitte aus dieser Zeit:

Nachrichten: Erster künstlicher Erdsatellit (Sputnik)
Heiner Gautschi: Ermordung JFK
Telefon via Kurzwelle New York - Châtonnaye und von dort ins Radiostudio.


Wie schon erwähnt, wurde die Exklusivfrequenz von Beromünster (damals 529 kHz) gestört, z. T. absichtlich, z. T. fahrlässig. Als absichtlichen Störsender kann man wohl den DDR-Sender Schwerin betrachten, als fahrlässigen den algerischen Sender Ain Beida. So nahm die PTT am 3. Mai 1969 an Stelle des 150 kW-Senders einen neuen Sender mit 500 kW in Betrieb. Das ist eine knappe S-Stufe, also nicht viel. Der Hauptanteil der Empfangsverbesserung dürfte von dem auf 90% erhöhten Modulationsgrad dieses Senders ausgegangen sein. Die HF-Endstufe arbeitete mit zwei parallel geschalteten Trioden, die Modulator-Endstufe mit zwei Röhren des selben Typs in Gegentaktschaltung. Eine BBC-250-kW-Senderöhre dieses 500 kW-Senders:




Leistungs- und SWR-Anzeige dieses Senders im Jahr 1986:



(CC) BY-NC-ND Peter Gerber, HB9BNI


Dieser Thematik nahm sich auch der Nebelspalter an:





Alle Massnahmen genügten jedoch besonders in den Abendstunden nicht und so begann die PTT parallel 1968 mit Steilstrahlversuchen (Steilstrahlantenne, "Springbrunnenantenne") ab Beromünster auf 1562 kHz (später 1566 kHz) mit einer Leistung von 150 kW. (Um diese Zeit wurde in den Programmansagen auch "Landessender Beromünster" durch das fantasielose Kürzel "DRS" ersetzt). Diese Steilstrahlantenne war nur als Versuchsantenne gedacht, denn die PTT betrat hier weltweit Neuland für den Mittelwellenbereich. Erfahrungen lagen nur im Kurzwellenbereich vor. Definitiv wird dann mit einer solchen Antenne 1973 bis 1992 nachts auf 1566 kHz ab Sarnen mit 300 kW gesendet:


Steilstrahlantenne bzw. Springbrunnenantenne bei Sarnen

Im Folgenden die Prinzipdarstellung dieser Antenne. Sie besteht aus zwei Ganzwellendipolen über einem Erdnetz als Reflektor (das Erdnetz ist nur angedeutet). Die Funktionweise entspricht derjenigen einer UHF-Flächenantenne für TV:




Und im Folgenden die entsprechenden Fotos der im Februar 2011 noch völlig intakten Antennenanlage in der Nähe von Sarnen [Landeskarte-Koordinaten: 657213/191657]. Leider wurden die Drähte (Strahler) Ende Februar 2013 abgebaut, aber die Masten konnten im Herbst 2014 noch gesehen werden.

Auf Grund obiger Prinzipdarstellung erübrigen sich Bildbeschreibungen:

Folgende sieben Sarnenbilder © armeefunk


















Weitere Einzelheiten zur Sarner Sende-Anlage:

Der Eingang zur unterirdischen Sendeanlage: Bei der weissen Abdeckplatte über dem Tor kam die Paralleldraht-Speiseleitung für Mittelwelle heraus und führte als Freileitung zur Einspeisestelle des Antennensystems:


© Felix Schaffhauser

Im Folgenden nochmals diese Einspeisestelle ohne symmetrische Zuführungsleitung. Letztere wurde nach der Aufgabe des Senders durch ein Koaxialkabel ersetzt und die Antenne nur noch für Empfangszwecke verwendet:


© Felix Schaffhauser

Das folgende Luftbild von swisstopo zeigt die Antennenanlage Sarnen um 1987. Man verwechsle nicht die Mast-Schatten mit den eigentlichen Masten. Die Schatten sind schräg nach oben gerichtet, die Masten nach links und leicht nach unten. Die Sendeanlage liegt weit ausserhalb des Zentrums der Luftaufnahme und ist deshalb nur einigermassen 'senkrecht' von oben gesehen. Zu sehen sind auf dem Bild von links nach rechts: 6 Türme der Mittelwellen-Steilstrahlantenne (einer ist etwas schwieriger zu sehen) und der Verteiler (rot eingekreist) auf die zwei Ganzwellendipole. Ferner zwei kleine Masten (braun eingekreist), die die symmetrische Speiseleitung vom Verteiler nach rechts zum unterirdischen Sender im Boden unter der Waldkuppe führen. Rechts der Waldkuppe sind drei Masten (v. a. Schatten) einer Kurzwellen-Sendeantenne zu sehen. Dies wird auf der folgenden Seite ('Der Kurzwellensender Schwarzenburg') beschrieben. Der Link dazu ist weiter unten.


Bild: Luftaufnahme von 1987 der Sendeanlage Sarnen; Quelle: Bundesamt für Landestopografie swisstopo.




1978 erhielt Beromünster zum letzten Mal eine neue Frequenz: 531 kHz. 1994 wurde der 500 kW Sender durch einen modernen, energiesparenden 600 kW Sender ersetzt. Dieser letzte Hochleistungssender von BBC/ABB in Beromünster um 2008:




Messung von VSWR und Leistung in der Endzeit nach der 600 kW-Aera, als die sehr strengen Grenzwerte (siehe weiter unten) jedenfalls eingehalten wurden:





Am 28. Dezember 2008 wurde das Programm abgeschaltet und nach einem anschliessenden durchgehenden Dauerlauf mit Hinweisschlaufe (vorher wurde jeweils um 23 Uhr bis 5 Uhr abgeschaltet!) am 31. Dezember um Mitternacht auch die Hochfrequenz-Ausstrahlung abgestellt (nachdem unwissende Leute schon zwei Nächte vorher wieder gut schlafen konnten!).


Beispiel: Zitat aus der NZZ vom 17.2.2009:

"Wir sind glücklich, seit er nicht mehr strahlt", sagt Rita Boog aus Beromünster, 1.5 Kilometer Luftlinie vom Landessender entfernt wohnend und sie habe schon zwei Tage nach dem Abschalten, also am 30. Dezember, besser geschlafen.

Übersehen hat sie (und auch andere) allerdings nur, dass der Sender erst am 31. und nicht am 28. abgeschaltet wurde und dies noch im Gegensatz zu früher sogar nach jeweils 24-stündigem Tages-Dauerlauf.


Nachdem die meisten Medien die Umstände der Abschaltung der Mittelwelle Beromünster in gewohnter Art eines Durchlauferhitzers mit unkritisch nachgeplapperten "copy/paste"- Artikeln unter die Leser brachten, ist der folgende Artikel aus Radio-Kurier - weltweit hören eine löbliche Ausnahme und zeigt, wie echter Journalismus eigentlich sein müsste.

Kritische Gedanken zur Abschaltung von Beromünster (pdf) (c) Radio Kurier - weltweit hören




Und so wurde die Oeffentlichkeit zum Narren gehalten:

(Kommentar abseits der manipulativen Einheitsmeinung der gleichgeschalteten Schweizer Medien)

Radio und Fernsehen sind immer und überall am Gängelband der herrschenden "Drahtzieher" im Polit-Filz und werden traditionell als 'geschützte Werkstatt' zu Lasten des Steuerzahlers betrieben (Ausnahme: z. B. USA):

1996 lancierte die SRG das Schlager/Volksmusikradio "Musigwälle 531" über den Sender Beromünster. Nachdem die SRG diese Musik-Sparte (und das entsprechende Hörersegment) aus ideologischen Gründen jahrzehntelang ignoriert hatte, war vor allem in der Ostschweiz ausländische Konkurrenz (SWR 4) nicht mehr zu übersehen und es tauchte private Konkurrenz auf. So versuchte unter Anderen Radio Eviva oder Opus-Radio eine UKW-Sendegenehmigung zu erlangen, nachdem eine Untersuchung der ETH Zürich ergeben hatte, dass im UKW-Bereich noch Platz für zwei sprachregionale Senderketten vorhanden war. Schnell schalteten "Polit-Vasallen" der SRG: Sie sorgten für sofortige Frequenzknappheit durch Überversorgung mit SRG-Programmen und sinnlose Frequenzverschwendung durch "Sprachaustauschprogramme", welche bei Marktanalysen nicht einmal aus dem statistischen Rauschen herauskommen.

Nachdem man private Konkurrenz erfolgreich verunmöglicht hatte, konnte die SRG risikolos an die Abschaltung der Mittelwelle und an die Zwangsumsiedlung der Hörer nach dem serbelnden DAB denken. Als dann DAB vollends abzustürzen drohte, erinnerte sich die SRG plötzlich an das vorher so "bedeutungslose" Hörersegmente, dem man nun sogar die Rettung des DAB-Systemes zutraute. Mit der entsprechenden Zwangsumsiedelung konnten Kosten eingespart und gleichzeitig dem DAB-System nachhaltig unter die Arme gegriffen werden. Im Weiteren musste der sich aufblähende SRG-Apparat ja irgendwie seinen wachsenden Finanzhunger stillen, wozu sich u. a. die Abschaltung von Beromünster 'eignete'. Zu Hilfe kam der SRG dabei die aufkommende Strahlenhysterie:

Eine verschärfte (auf 2% (zwei!) der EU-Norm !) schweizerische Verordnung zum Schutz vor nicht ionisierender Strahlung (NIS) legte im Jahr 2002 für die Schweiz extrem tiefe Grenzwerte fest (8 V/m, die strengsten in ganz Europa, zum Vergleich: Grenzwerte: USA 614V/m, EU 400V/m, Schweiz 87V/m neu eben ab 2002 noch 8 V/m). Gemessen wurden auf dem Blosenberg in einem einzigen Zimmer 12.7V/m statt 8 V/m. Die Medien und das ganze Schweizervolk wurden zum Narren gehalten. Das Amt für Umweltschutz des Kantons Luzern verfügte darauf - unter politischem Druck, ausgelöst durch Irreführung, Strahlengurus und modernen Aberglauben - die "Sanierung" (de facto Stilllegung) des Senders bis Ende 2008. Die sehr tiefen CH-Grenzwerte wurden aber nur bei 600 kW Leistung wie oben erwähnt bei einem Bauernhof etwas überschritten ( 12.7 statt 8 Volt/Meter), aber es wurde immer damit argumentiert, obwohl der Sender mittlerweile wieder mit tieferer Leistung (im Bereich 160...250 kW) betrieben wurde [u. a. wegen eines Blitzschadens am Koaxialkabel]. Die Hörer wurden zum Teil absichtlich [von denen, die es wussten], zum Teil aus Dummheit [von den unkritisch nachplappernden Medien und Politikern] getäuscht! Diese Strahlen-Schildbürgerei kam der SRG wohl gelegen und sie konnte die Sache zum Vorwand - noch dazu scheinbar(!) gegen ihren Willen - nehmen, den Sender abzuschalten.

Der Schweiz wurden im Genfer Wellenplan von 1975 fünf MW-Frequenzen zugeteilt, nämlich 531 kHz (ex Beromünster bis 2008), 558 kHz (ex Monte Ceneri bis 2009), 765 kHz (ex Sottens bis 2010), 1485 kHz (ex Savièse) und 1566 kHz (ex Sarnen und Beromünster). Diese Frequenzen sind verstummt, zumal für private Anbieter durch viel zu späte(!) Ausschreibung und gepushte Strahlenhysterie, aber auch durch materielles Unbenutzbarmachen des Senders Beromünster der Anreiz so tief wie möglich gehalten wurde. "Man" wollte natürlich verhindern, dass nach Abschalten der Musikwelle auf der selben Frequenz 531 kHz z. B. Radio Eviva mehr oder weniger "nahtlos" weitermachte (mit "grenzwertbereinigten" 170 kW). Vom 1. März 2011 bis 31. Dez. 2012 sendete die "Voice of Russia" über den Sender Monte Ceneri Cima di Dentro auf 558 kHz. Dieser Mittelwellensender mit dem weit herum sichtbaren 250 Meter hohen Turm erlebte damit eine kurze Renaissance.

Natürlich geht die technische Entwicklung weiter und nicht jede Apparatur kann beliebig lang am Leben erhalten werden. Beromünster gehört aber zu den letzten im Ausland portabel/mobil hörbaren Schweizer Sendern. Eine wahrheitsgetreue Information der Oeffentlichkeit wäre angebracht gewesen und: Eine (bei Beromünster bestehende!) Kurzwellen-Rundstrahl-Sendeanalge im 75/49 und 31 Meterband mit Uebernahmen von Landessender-Programmen (statt teurer Eigenproduktionen, also wie es etwa in den 1960er Jahren noch gemacht wurde) hätte auch weiterhin wenigstens in Europa 'und den angrenzenden Gebieten' (Internet-)unabhängigen Empfang an jedem Ort - auch 'am Meeresstrand' :-) - aus der Schweiz ermöglicht. Das hätte nur einen Bruchteil des überflüssigen SwissInfo-Meinungs-Manipulators im Internet gekostet und hätte 'Gebühren-Steuer' zahlenden Schweizer-Hörern auf Reisen im europäischen Grossraum wenigstens einen Mehrwert gegenüber dem mit Infos ohnehin üppig ausgestatteten Internet gebracht.




Zwei Dokumente aus den letzten Tagen des Mittelwellensenders Beromünster:

Das klassische Signet der Musigwäle 531 (mp3).
Signete und Logos haben bei der SRG nur noch ein kurzes Leben, 'man' hat ja Geld im Ueberfluss.

Die letzte Minute von Beromünster, aufgenommen in Lugano (ausserhalb des spezifizierten Versorgungsgebietes) (mp4):




Im folgenden Bild nochmals die drei Landessender mit Schweizer-Kreuz im langwelligen Teil des Mittelwellenbereiches einer Senderskala in ihrer Position bis zum Ende:






Hinweis:
Tabellen zu historischen Frequenzen in Europa und zur Chronologie des Senders Beromünster unten auf dieser Seite.




Langwellen-Funkfeuer (NDB-Baken)

Bild: NDB-Langwellenbake Belp (Bern), im Hintergrund links der Flugplatz Bern-Belp

Von den einst zahlreichen Schweizer Langwellen-Funkfeuern (NDB-Baken) sind drei noch in Betrieb [März 2015], weltweit sind es hunderte wenn nicht gar tausende. Solche NDB-Baken mit effektiv abgestrahlter Leistung von wenigen Watt können auf gewöhnlichen (älteren) Langwellen-Radios (sofern deren LW-Bereich bis ca 400 kHz geht) gehört werden. Sie senden in AM durchgehend ihr Rufzeichen in langsamem Morsecode, unterbrochen jeweils durch ein paar Sekunden Pause.
Im Folgenden drei Aufnahmen vom 29.01.2015 der Schweizer NDB-Funkbaken/Funkfeuer weit ausserhalb des spezifizierten Empfangsbereiches]. (Grundig Satellit 2000 mit 10 m Draht-Antenne am Autoantennen-Eingang auf einer Wiese bei der Kaserne Walenstadt in der Abend-Dämmerung):

NDB-Funkbake/Funkfeuer GLA (mp3)
[Gland, Standort Prangins bei Nyon [508161/140460]; 245 km] auf 375 kHz

NDB-Funkbake/Funkfeuer BER (mp3)
[Bern-Belp [605472/194235]; 140 km] auf 335 kHz ('Gleichkanal' mit PDA [Padua; 274 km])

NDB-Funkbake/Funkfeuer LPS (mp3)
[Les Eplatures [550992/214916]; 191 km] auf 403 kHz ('Gleichkanal' mit COD [Codogno/Italien; 220 km]



Obiges Bild zeigt als typisches Beispiel das Langwellen-Funkfeuer NDB (Non Directional Bacon) des Kleinflughafens Belp (Bern) (Rufzeichen: BER) [Landeskarte-Koordinaten: 605472/194235] mit Dachkapazität an der Antennenspitze und Verlängerungsspule unmittelbar darunter.



Die NDB-Bake Belp (Bern) BER mit einem GRUNDIG Satellit 2000 akustisch (Kameramikrofon [Umgebungsgeräusche]) im Nahfeld aufgenommen

(Abstand zur Bake 330 m, S-Meter natürlich mit Vollausschlag)

NDB-Bake Belp im Nahfeld (mp3)




Bild: Der legendäre GRUNDIG Satellit 2000 auf dem Autodach bei der Bake,
im Hintergrund Bake und Flughafenturm




Bild: Der Kasten mit dem Antennen-Anpassnetzwerk




Die historische NDB-Funkbake Trasadingen TRA






Bild links: Einstige NDB-Bake/ehemaliges Funkfeuer Trasadingen TRA auf 395 kHz [Koordinaten: 675036/282614] (Anflug Kloten/Zürich). Die Kennung 'HEZ' (ab etwas anderem Standort?) wurde anfangs der 1960er Jahre in 'TRA' geändert. Die Funkbake stand bis Frühsommer 1979 ca 100 Meter neben dem heutigen VOR-DME.

Die Bake Trasadingen in den 1960ern bei Gockhausen aufgenommen:
NDB-Funkbake Trasadingen TRA (mp3)



Beim 'Funkturm' [im Datensatz der Eidg. Landestopografie 1955 bis 1958] auf folgendem Kartenausschnitt könnte es sich um eine erste Bake (HEZ) gehandelt haben (westlich von Trasadingen in etwa 2.7 km Abstand zu den Folgebaken):


Quelle: Bundesamt für Landestopografie swisstopo


Entgegen mitunter publizierter Ansicht sind auch Langwellen nachts wesentlich weiter zu empfangen als tagsüber. Auch hier spielt die Tagesdämpfung (D-Schicht) eine entscheidende Rolle. Ein im Vergleich zu Mittel- und Kurz-Welle sehr langsames Fading lässt Baken für wenige Minuten 'verschwinden' und dann tauchen sie wieder gut hörbar auf. Man sucht solche NDB-Funkfeuer am erfolgreichsten bei völliger Dunkelheit mit Geduld und ausserhalb des 'Störnebels' oder mit abgeschirmter Antennenzuleitung. Als Alternative bietet sich natürlich das Hinfahren in die unmittelbare Nähe einer solchen Bake an. Empfang ist nachts über hunderte (manchmal tausende) Kilometer möglich. Eine gute Liste zur Baken-Identifikation ist zum Beispiel unter folgendem Link zu finden:

http://cisquet.home.xs4all.nl/NDB.htm


Eine Funk-Bake, die nachts bei der Kaserne Walenstadt sehr gut empfangen werden kann, ist die NDB-Bake Pula PLA (Kroatien) auf 352 kHz über 430 km:




Langwellen-NDB-Funkbaken haben eine Tonfrequenz-Modulation von etwa 400 Hz bis 1100 Hz.





Kleiner Exkurs:

Der Langwellensender Erching der VOA und des RIAS:


Da dieser Sender auch sehr gut mit einfachen Kristall-Detektor-Empfängern in der Schweiz gehört werden konnte, z. B. in Kilchberg/ZH [265 km], soll er hier auch kurz erwähnt werden:

1953 wurde bei Erching (ca. 20 Kilometer nordöstlich von München) ein Langwellensender aufgebaut. Als Antenne diente ein 256 m hoher Stahlfachwerkmast, der gegen Erde isoliert war, abgespannt mit zwölf Dachkapazitätsabspannungen. Der Sender hatte eine Leistung von 1000 kW auf 173 kHz und wurde für die "Voice of America" (VOA) betrieben. Er war zu jener Zeit der stärkste Rundfunksender Europas. Vom 25.01.1954 bis zum 31.01.1964 sendete neben der VOA auch der RIAS 1 täglich fünf Stunden Programm in deutscher Sprache über diese Anlage in den Osten. Die VOA sendete von Erching aus in mehreren Sprachen in die Staaten des Warschauer Paktes. 1973 wurde der Sender auch für die VOA abgeschaltet.

Der Sender fiel durch ein regelmässiges Hintergrund-Geblubber ["alter" 100 kW-Sender Königswusterhausen als Störsender "umgenutzt"?] auf. Im Folgenden ein kurzer Mitschnitt:




Der "Langwellen-"Telefonrundspruch

Der Vollständigkeit halber sollen auch die "Langwellensender" der PTT auf den Telefonzentralen für den Hochfrequenz-Telefonrundspruch erwähnt werden. In den 1930er-Jahren gab es zuerst den NF-Telefonrundspruch bis in die 1960er-Jahre. Bei diesen Anlagen mussten der a-Draht und der b-Draht noch unterschieden werden. Ab 1940 wurden Neuinstallationen aber nur noch mit dem Hochfrequenztelefonrundspruch ausgeführt. Zur Technik der beiden Systeme gibt es im Internet gute Beschreibungen (siehe Links weiter unten), sodass wir uns hier kurz fassen können:


Der HF-TR wurde auf sechs Langwellenkanälen mit 33 kHz Abstand über die Telefonleitungen zu den Abonnenten geführt:

KanalFrequenz in kHzWellenlänge in m
I1751720
II2081440
III2411250
IV2741100
V307 980
VI340 880


Besonderheiten:

Im Prinzip konnte jedes Radiogerät mit Langwellenbereich zum Abhören verwendet werden. Dabei gibt es zwei Einschränkungen:

1. Wenn die interne Ferritantenne nicht abgeschaltet werden konnte, waren Störungen durch terrestrische Langwellensender möglich.

2. Da gewöhnliche Radiogeräte aus guten Gründen die NF-Bandbreite auf ca 4.5 kHz begrenzten, konnte mit diesen nicht der volle Tonumfang des HF-TR bis ca 9 kHz genutzt werden.

Mit speziellen HF-TR-Empfängern oder Vorsatzgeräten [z. B. von Biennophone] liessen sich beide obigen Einschränkungen elegant umgehen. Solche Geräte hatten sechs fix abgestimmte HF-TR-Kanäle, die bequem über Drucktasten gewählt werden konnten.


Systembedingte Störung:

Vor allem bei Freiluft-Telefonleitungen konnten terrestrische Langwellensender einstrahlen und gewisse Störungen verursachen. Durch geschickte Zuteilung der Programme nach "Wichtigkeit" auf die sechs Kanäle suchte man das Problem zu minimieren.


Folgende Bilder zeigen eine HF-TR-Anschlussdose und das zugehörige koaxiale Radio-Anschlusskabel beim Abonnenten. Eine bisherige Antenne konnte man bei "A" und die Erdung beim Erdungszeichen anschliessen. So konnte bei entsprechender Stellung [Radio] des Schiebeschalters weiterhin terrestrisch gehört werden, bei HF-TR-Programmen war der Schalter auf [Tel] umzulegen.




Das folgende Bild zeigt das Beispiel eines speziellen HF-TR-Empfängers mit Drucktasten-Kanalwahl:







Der folgende Link veranschaulicht in einer 8.4 Sekunden dauernden Hörprobe (Audacity-Rekonstruktion) Weisses Rauschen. Die ersten 2.8 s bis 4.5 kHz (normales AM-Radio), die nächsten 2.8 s bis 9 kHz (spezieller HF-TR-Empfänger), die letzten 2.8 s das nicht gefilterte Weisse Rauschen. Aus Qualitätsgründen ist die Hörprobe eine wav-Datei.

Hörprobe (wav)




Weiterführende Links zum Telefonrundspruch:

Interessante Seite zum Telefon-Rundspruch mit vielen Bildern (www.biennophone.ch)

P. Senn: Telefon-Apparate pdf




Tabellen für Wellenlängen und Frequenzen historischer Schweizer und Europäischer AM-Sender

Folgende Tabellen sind z. T. widersprüchlich, unvollständig und nicht fehlerfrei. Das Gesamtbild ergibt aber eine repräsentative Sicht:




Kurze Chronologie zum Sende-Betrieb von Beromünster:

Jahr Leistung Wellenlänge Frequenz Bemerkungen
1931 60 kW 459.4 m 653 kHz Inbetriebnahme mit Marconi-Sender, T-Antenne zwischen zwei 125 m hohen Gittermasten
1935 100 kW 539.8 m 556 kHz Umbau Marconisender, Frequenzwechsel gemäss Luzerner Wellenplan
1937 . . . Neue Antenne Blosenbergturm, selbststrahlend, 215 m
1946/8 150 kW . . Erweiterungsbau mit BBC-Sender Pmax: 200kW
1950 150 kW 567.1 m 529 kHz Kopenhagener Wellenplan
1959-
1995
2 x 250 kW 25/31/41/49
m-Band
. Europa Rundstrahlprogramme für "Schwarzenburg"
1968 500 kW .. Infolge zunehmender Gleichkanalstörungen (z. B. Ain Beida, Algerien).
1969-
1992
150 kW/
300 kW
191.6 m 1566 kHz Steilstrahler für besseren Nachtempfang
(Zuerst Versuche ab Beromünster, dann Regelbetrieb von Sarnen aus ab 1973).
1978 . 565 m 531 kHz Genfer Wellenplan
1994 600 kW . . Neuer, effizienter Sender
1996 . . Start Musigwälle 531 Bekämpfung des neuen Radio Viva/Eviva mit Zwangs-Gebührengeldern.
2008
30.12.
. . Abschaltung Begründung nicht objektiv, siehe weiter oben.



Weiter zu:

Der Kurzwellensender Schwarzenburg

Drahtlose SAC-Hütten-Telefone, Rufsysteme (Geschichte)




Externe Links:

Der Verein IG-Uem (Interessengemeinschaft Übermittlung), HAMFU hat den Auftrag, historische Übermittlungsgeräte der Armee zu sammeln, zu reparieren und wenn möglich in betriebsfähigem Zustand zu halten. Die Sammlung lagert im ehemaligen Zeughaus Uster.
Auf vorangehender Seite der IG-Uem ist z. B. auch der folgende Beitrag zur Geschichte der Uebermittlung in der Schweizer Armee zu finden:
Die-elektrische-Nachrichtenuebermittlung-im-Dienste-der-Armee-Teil-I-von-1852---1914.pdf.


Militärische Schriftenreihe (Verlag Merker)
Rudolf J. Ritter, "Die Funkertruppe"

http://www.armyradio.ch
Radios und militärische Funkgeräte

Schweizerische Gesellschaft für Technikgeschichte und Industriekultur (verschiedenste Bulletins)
sgti.ch