Schweizerischer Kurzwellensender Schwarzenburg


Die Aussenstationen Lenk, Sarnen und Sottens

Schweizer Radio International

Korea-Funk Bülach - Panmunjom





Die folgenden drei Fotos zeigen den Schwerpunkt der Sendeanlage in den 1970er-Jahren: Sender-Gebäude, symmetrische Antennenzuführungen, den Grossteil der Vorhangantenne, Masten von Rhombus- und Winkeldipol-Antennen. Der höchste Mast ist jeweils der Zentralmast der dreiteiligen Vorhangantenne:


Bild: Das Sender-Gebäude mit Teilen der Antennen-Anlage.



Bild: Aufnahme etwas mehr Richtung links. Ganz links und rechts aussen sind hier jeweils die Endmasten nicht mehr auf dem Bild.




Bild: Noch mehr Richtung links: Jetzt ist auch der Endmast des linken Schenkels im Bild






Das vertraute jahrzehntelang hörbare Signet von Schweizer Radio International (SRI), welches das problemlose Auffinden des Senders auf der Radio-Skala ermöglichte:'Luegit vo Bärg und Tal ...':

... im Nahbereich aufgenommen
... in Israel mit einem NordMende Globetrotter aufgenommen
... in Kalifornien (San Francisco) mit einem NordMende Globetrotter aufgenommen
... mit Werbung für "Swiss Chronometer"
... GRUNDIG Satellit 2000 auf Madeira im 19m-Band


Dieses legendäre Signet wurde mit einem Musikwerk ähnlich einer Spieldose erzeugt. Im Folgenden ein kurzer VideoClip dazu:



VideoClip Erkennungszeichen für den Kurzwellensender Schwarzenburg (mp4)



Die Zeit vor "Schwarzenburg":

Die politischen Verhältnisse in den 1930er-Jahren führten ab 1935 zu Sendungen für das Ausland, insbesondere auch für Schweizer im Ausland. Dazu wurde zu gewissen Zeiten (jeweils Sonntags, spät Abends) der von der Radio Schweiz AG für den Völkerbund (heute UN) betriebene Kurzwellensender in Prangins (Genfersee) gemietet, was natürlich keine Dauerlösung sein konnte. Verwendet wurden Wellenlängen etwa im Bereich 15...50 m. Relikte aus jener Zeit können mitunter auf alten Radioskalen gefunden werden:

Ausschnitt KW-Skala aus den 1930er-Jahren


Die Skala links muss aufmerksam betrachtet werden. Sie zeigt die Sendernamen 'gespreizt', da diese innerhalb eines Meterbandes zu wenig Platz hätten. Ausserhalb der offiziellen Bänder liegende Stationen sind besonders mit der Wellenlängen-Skala verbunden.

Als 'Unikum' sind hier auch die Rufzeichen der Sender aufgeführt.

Die Sendekanäle des Völkerbundes (Radio Nations/Prangins am Genfersee) liegen meist ausserhalb der offiziellen KW-Bänder:

ca 26 m HBO
ca 32 m HBL
ca 38 m HBP
ca 45 m HBQ


Weitere Frequenz (nicht mehr im Bild):
beim 16m-Band
Folgendes Bild: "PRANGIN" ["s" fehlt] (7799 kHz ; 38.5 m):







Folgendes Bild: "RADIO NATIONS" (9585 kHz ; 31.3 m):



Die Kurzwellen-Sendeanlage "Schwarzenburg":



Der Eingang zum Sendergebäude:




Die Sendeanlage in den 1940er-Jahren mit einem Teil der Masten für Rhombus- und Quadrant-Antennen, wobei die Antennendrähte (fast) nicht zu sehen sind. Die entfernteren Masten der Rhombusantennen stehen weiter im Feld draussen (siehe spätere Luftaufnahmen). Die grosse Vorhangantenne steht noch nicht:




Von 1939 bis 1998 diente die Kurzwellen-Sendeanlage in Schwarzenburg/BE weltweit als 'Stimme der Schweiz', einerseits öffentlich mit Kurzwellen-Rundfunkdiensten, anderseits mit Radiotelephonie und Radiotelegraphie auch als Kommunikationseinrichtung, was der abgeschlossenen Schweiz im zweiten Weltkrieg wertvolle Dienste leistete. Der Kurzwellensender Schwarzenburg nahm einen Tag vor der Eröffnung der Landesausstellung den Versuchsbetrieb auf. Der 25 kW-Sender befand sich drei Kilometer östlich des Dorfes Schwarzenburg auf einer 800 m über Meer gelegenen Ebene. Die anfänglich vier Rhombus-Richtantennen bedienten Nordamerika, die Westküste Afrikas, Südamerika, Asien und Afrika auf acht verschiedenen Wellenlängen. Für 750.000 Franken baute die Firma Hasler AG, Bern, diese "Marconi"-Anlage in Lizenz. Es folgten bald weitere Sender von 10 bis 25 kW Leistung. 1946/47 kamen drei 100 kW Sender in Betrieb. 1966 kam ein weiterer Sender mit 100 kW und 1967 ein solcher mit 250 kW nach Schwarzenburg. Es folgten weitere Kurzwellensender in Beromünster, Sarnen und Lenk i.S.. 1972 kam dann der starke 'DX-Kurzwellensender' in Sottens mit 500 kW und einer Drehstand-Vorhangantenne für besseren Empfang in fernen Zielgebieten (Uebersee-Rundfunk). Beschreibungen dieser Aussenstationen folgen weiter unten.


Auf massiven Druck Deutschlands mussten aber bald nach Beginn des Zweiten Weltkrieges die Wetterberichte aus den Programmen genommen werden (um das Wetter in der Bodenseeregion Richtung München nicht dem 'Feind' (England) zu 'verraten' (Planung von Bomber-Einsätzen) und Sendungen zu Nachtzeiten mussten eingeschränkt werden, damit der Sender nicht als Navigationshilfe (Peilung) verwendet werden konnte.


Ursprünglicher 25kW-Hasler-Marconi-Sender:

Ein Werbeplakat der Pro-Radio um 1943:




Bereits erwähnter 100 kW-Sender (Hasler Bern) von 1946/47:







Rhombusantennen zeichnen sich durch gute Richtwirkung bei relativ flacher Abstrahlung und entsprechend hohem Gewinn aus. Sie benötigen entsprechend viel Platz. Nachteile sind die fixe Abstrahlrichtung (Antennen natürlich nicht drehbar) und die Abstrahlung der Hälfte der Leistung entweder in der Gegenrichtung oder ein entsprechender Verlust in einem Lastwiderstand (in beiden Fällen 3 dB Verlust, die man allerdings auf der Empfangsseite kaum spürt):


Bild: Die angegebenen Masse beziehen sich auf den Reduitsender Hirzenboden !
Diejenigen für Schwarzenburg kann man aus folgenden Luftbildern ermitteln.



Im Gebiet um das Sendergebäude von Schwarzenburg standen entsprechend 'unzählige' Masten. Im Folgenden ein kleiner Ausschnitt eines Luftbildes von swisstopo aus dem Jahr 1946 (natürlich noch ohne die Vorhangantenne), das beispielhaft zwei Rhombusantennen zeigt (man sieht natürlich vor allem die Mastschatten):



Bild: Kleiner Ausschnitt des Antennenfeldes um 1946 mit zwei von einigen Rhombusantennen; Quelle: Bundesamt für Landestopografie swisstopo.


Der dem Sendergebäude nächst benachbarte Mast einer Rhombusantenne des obigen Bildes steht heute noch als Zeuge 'besserer' Zeiten an seinem Platz:





Auf halber Höhe dieses Mastes ist noch eine Einspeisung zu (wahrscheinlich) Rhombusantennen und die Speiseleitung vom Sender-Gebäude her zu erkennen:





Kleiner Exkurs:
Das Thema 'Rhombusantenne' am Beispiel Koreafunk Bülach - Panmunjom:


Folgendes Bild (ca 1964) zeigen links unten noch einen Teil einer solchen Rhombusantenne. Zu sehen sind 2 der 4 Masten der legendären 'Korea-Antenne' bei der Kaserne Bülach. Ab 1953 bis etwa 1982 wurde über diese Antenne der Schweizer Militär-Diplomatie-Funk mit Korea abgewickelt ('Koreafunk' Bülach - Panmunjom). Hauptsächlich ging es um die Kontrolle des Waffenstillstandes nach dem Koreakrieg durch den neutralen Staat Schweiz. Die Übermittlungen erfolgten in CW (Morse) auf Kurzwelle. Verwendet wurde in Bülach noch lange eine Funkstation SE-402 (vgl. SM-46) mit max. 400 Watt CW-HF-Ausgangsleistung auf eine symmetrische Speiseleitung, Typ 'Hühnerleiter'. Die Antennenmasten bestanden aus gestockten Holzmasten (siehe vorangehendes Bild), die unteren (Zwillings-)Mastteile waren 18 m lang, die oberen (Einfach-)Mastteile waren 13 m lang, die totale Masthöhe war ca. 27 m. Bei Schwarzenburg sind für Rhombusantennen Metall-Gittermasten verwendet worden (siehe weiter unten).

Der Reduitsender auf Hirzenboden hatte eine ähnliche Konstruktion einer Rhombusantenne auch mit solchen Holzmasten.
Der Reduitsender Hirzenboden (Reserve Schwarzenburg) und die Eigenschaften von Rhombusantennen werden unter folgendem Link beschrieben:

Der Reduitsender Hirzenboden




Bild: Kaserne Bülach mit Korea-Antenne (links im Bild) für den Korea-Funk um 1964


Die Korea-Antenne Bülach aus der Gegenrichtung um 1963. Die 4 Masten sind nummeriert. Das Funker-Hüttchen ist bei Mast 4. Die Funkstation war in dem uns zugewandten Drittel der Baracke untergebracht. Die abgewandten zwei Drittel der Baracke diente als Unterkunft für höhere Unteroffiziere. Von dieser Baracke führte die symmetrische Zweidrahtleitung ("Hühnerleiter") auf kleinen "Telefonstangen" zum Mast 3, wo die Einspeisung erfolgte:


Bild: Die Korea-Antenne bei der Kaserne Bülach um 1964


In seinen umfassend geschriebenen und reich illustrierten "Erinnerungen eines Koreafunkers" hat Adj Uof Max Ruegger seine Erlebnisse in Panmunjom 1964/1965 dokumentiert (Paul Oberli-Archiv, Korea-Vereinigung). Daraus ein kurzer Auszug:

Die Funklinie Panmunjom-Waffenplatz Bülach, respektive die tägliche Kurzwellen-Morsetelegraphie-Verbindung stellte für viele Jahre die eigentliche "Nabelschnur" der Schweizer NNSC-Delegation mit der Heimat dar. Selbst eine Telephonverbindung zwischen Seoul und Panmunjom war schon ein technisch heikles Unterfangen: das System war noch gänzlich manuell, man musste sich durch verschiedene "US-Forces Telephone-Exchanges" durchfragen. An eine verlässliche Verbindung in die Schweiz auf diesem Wege war nicht zu denken. Eine zuverlässige Verbindung Schweiz-Korea konnte nur aus einer Kurzwellen-Funk-Verbindung bestehen. Mit Sprechfunk konnte man ab und zu nur gerade ein kurzes Grusswort durchsagen, deshalb kam nichts anderes als die Morsetelegraphie in Frage, was weit effizienter und schneller war, als Telegramme per Sprechfunk zu übermitteln. In den 1970er Jahren begann der Kontakt via Botschaftsfunk ("Kernenried-Radio").


Bild: Funkstation (Rufzeichen HBM41) im Schweizer Camp in Panmunjom, 1964 (u.a. sind zwei TX von SE-402 zu sehen)




Bild: Funkstation in der Kaserne Bülach (Holzbaracke), 1964 (SE-402 [SM46])




Bild: Funker Kpl Max Rügger bei der Morse-Ubermittlung in Panmunjom, 1964



1948 bis 1954 wurde bei Schwarzenburg die grosse dreiteilige Vorhangantenne aufgebaut mit 120 Meter hohem Zentralmast. Das Bild links zeigt vereinfacht ein Strahlerfeld dieser Antenne und nur für eines der 8 installierten Meterbänder. Je nach Schaltung Dipol/Reflektor-Umschaltung) konnte nach vorne oder nach hinten gesendet werden. Zusätzlich konnte eine solche Antennenwand auch nach links oder rechts "schielend" (+- 15°) betrieben werden (Phasenverschiebungen, je nach Einspeisepunkt 1, 2 oder 3). Jede der drei Wände hatte also total 6 mögliche Abstrahlrichtungen. Das gibt für die ganze Antenne (3 Wände, Bild rechts) total 18 Abstrahlrichtungs-Möglichkeiten. Beschriftet sind nur die "nicht schielenden" Hauptrichtungen. So konnte weltweit praktisch jedes Zielgebiet optimal versorgt werden. 1964 kamen noch zwei 100 kW Sender dazu und 1966 zwei solche mit 250 kW Pout. Allerdings konnte die Vorhangantenne nur mit einer Pmax von 150 kW betrieben werden. Installiert in dieser Vorhangantenne waren Dipole für die Bänder 49/41/31/25/19/16/13/11 m.

Das Prinzip der Vorhangantenne:







Und im folgenden Bild etwas detaillierter die Anordnung der Dipole in einem der drei Aeste:




Unzählige symmetrische Speiseleitungen verlassen die komplexe Umschaltstation, wo die verschiedenen Sender mit den verschiedenen Antennen verbunden werden konnten. Die Umschaltungen wurden an den herunterhangenden Hebelstangen (linkes Bild) von Hand vorgenommen:






Masten der Vorhangantenne und Speiseleitungsstützen auf einem Luftbild (Ansichtskarte) von Wahlern:




Der Zentralmast der dreiteiligen Vorhangantenne:




Am Fuss des Zentralmastes:




Im Folgenden eine Gesamtansicht der Vorhangantenne mit HF-Zuführung vom Sendegebäude links, Zentralmast und sechs Aussenmasten um 1963. Angedeutet sind beispielhaft noch 3 Rhombusantennen. Quelle: Bundesamt für Landestopografie swisstopo:


Quelle: Bundesamt für Landestopografie swisstopo


Hier ein Ausschnitt von 1969, der nebst der Mastschatten auch die Masten selbst zeigt Quelle: Bundesamt für Landestopografie swisstopo:


Quelle: Bundesamt für Landestopografie swisstopo


Als Ansichts-Beispiel eines Antennenfeldes, bei dem man auch die Strahlerdrähte gut erkennen kann, möge ersatzweise ein Foto des Senders Hörby (Schweden) dienen:




Detail-Bilder:






Im Folgenden eine Ansicht um 1950. Die grosse Vorhangantenne ist darauf aber (noch) nicht zu sehen (sie wäre auch weiter vom Gebäude entfernt). Bei den kleineren, asymmetrischen Türmen beim Sendegebäude dürfte es sich um Träger von Winkeldipol-Drahtantennen handeln, bei den Gittertürmen um Träger der verschiedenen Rhombusantennen, wie weiter oben erwähnt:



1946 wurde in Schwarzenburg ein 100 kW Marconi-Sender installiert, 1964 erstmals zwei Sender von BBC Baden (je 250 kW). Ueber die Vorhangantenne konnten diese aber - wie bereits erwähnt - nur mit 150 kW betrieben werden.




Die Weltkarte zeigt die anvisierten Zielgebiete in Übersee. Alle Kontinente wurden erreicht. Rundstrahlsendungen für Europa und angrenzende Gebiete sind nicht eingezeichnet.




Da die Erde eine Kugel ist, sind die Abstrahlwinkel (Azimute) etwas anders als in obigem Bild.


Einzelheiten zu den Zielgebieten und Wellenlängen für Europa:





Im Schaltraum:








Studio (1941/1945) und Senderaum ebenfalls "historisch":











Von 1970 bis 1996 war noch eine logarithmisch-periodische Antenne (ALLGON LPD16K 6-30 MHz, 250 kW) im Einsatz, mit der die maximale Leistung von 250 kW abgestrahlt werden konnte, allerdings mit weniger Gewinn gegenüber einer Vorhangantenne, dafür flexibel für beliebige Frequenzwechsel und Senderichtungen, sowohl in Azimut, als auch Elevation. Die folgenden zwei Bilder zeigen diesen Antennentyp, jedoch nicht in Schwarzenburg:



Bilderquelle und technische Details


Im Folgenden ein Foto der 'Schwarzenburg'-ALLGON-Antenne am Standort in Schwarzenburg:




Neben diesem Antennen-"Schwergewicht" waren auch andere LogPer-Antennen für verschiedene Frequenzbereiche und Funkdienste anzutreffen. Das folgende Bild zeigt ausschnittsweise fünf LogPer-Antennen und oben im Bild die Sender-Gebäude Quelle: Bundesamt für Landestopografie swisstopo:


Quelle: Bundesamt für Landestopografie swisstopo



Es wurden mit der Zeit auch Teile ausgelagert, Europaversorgung nach Beromünster [Stand um 1980] (49 m; 41 m; 31 m; 25 m ; 2 x 250 kW, 1 x 100 kW) , Lenk [ehemaliger Réduit-Sendebunker, heute Käselager Chrommen] (75 m; 49 m; 31 m ; 2 x 250 kW), Sarnen (75 m; 49 m; 31 m ; 1 x 250 kW). Für die Ueberseeversorgung waren Schwarzenburg und Sottens [Sottens mit Drehstand-Vorhangantenne und 500 kW Senderleistung!] zuständig.



1997 wurde eine Modernisierung der Antennenanlage mit 2 Drehstandantennen (ca 100 m hoch) als Ersatz für die dreiteilige Vorhangantenne projektiert. Damit hätte die gesamte Senderausgangsleistung - nicht nur 150 kW - an die Antenne abgegeben werden können und in jede gewünschte Richtung gebündelt. Das physikalische Antennen-Prinzip war jeoch das gleiche wie bei der alten Antenne. Eine der projektierten Drehstandantenne von der einen Seite (nur mit Reflektorgitter für die tieferen Frequenzen abgebildet):





Die selbe Antenne von der anderen Seite (nur mit Reflektorgitter für die höheren Frequenzen abgebildet):





Die projektierten Standorte der beiden Drehstandantennen:


Quelle: Bundesamt für Landestopografie swisstopo


In den 1990er-Jahren war nicht klar, in welche Richtung sich Auslandrundfunk entwickeln wird: Der Kalte Krieg war vorbei und das Internet kam auf. Man musste vorsichtshalber auf zwei Schienen fahren: Ausbauprojekte und Abschaltszenario. Da ausländische Kurzwellendienste begannen, Abschaltungen in Aussicht zu stellten (nicht zuletzt wegen 'Umlagerungen von Steuersubstanz') entschied man sich schliesslich für die Aufgabe des Kurzwellen-Rundfunks. Der Preis der Option 'Internet' war allerdings Providerabhängigkeit, Zensurmöglichkeit und Inkaufnahme nicht überall verfügbarer Verbindung zum Internet.


Kommentar:

Strahlenhysterie und moderner Aberglaube im Verein mit medialer Desinformation sind hier des Hasen Tod. Dies umso mehr, als juristische Winkelzüge im Verbund mit 'Expertisen' und 'Gegenexpertisen' jedes Projekt sabotieren können. Das selbe 'Theater' wiederholte sich etwas später bei Beromünster. Offenbar haben es 'Strahlen' besonders auf die Schweiz abgesehen, im Ausland gibt es derlei Schildbürgereien nicht, selbst bei wesentlich stärkerer Strahlungs-Exposition.



Zuletzt waren noch drei Sender mit je 250 kW in Betrieb. Die Sendeanlage in Schwarzenburg diente aber auch zwischen 1940 und 1980 mit kleineren Sendern (einige 10 kW) Telephonieverbindungen mit verschiedenen Stationen auf der ganzen Erde (Empfangsstation in Châtonnaye). 1972 bis 1985 wurden auch Flugfunkverbindungen getätigt.





Aussenstationen des Kurzwellensenders Schwarzenburg

Für Uebersee waren zuletzt Schwarzenburg und Sottens zuständig, für Europa und angrenzende Gebiete die restlichen Sender-Standorte. Bei allen folgenden Frequenzangaben handelt es sich um Momentaufnahmen zu bestimmten Zeiten. Die Aktivitäten auf den verschiedenen Bändern aber variierten mitunter im Laufe der Zeit. Die Angaben sind also entsprechend vorsichtig zu betrachten, so etwa bei Sarnen. Da Sendeanlagen mitunter auch für Krisensituationen und Reservebetrieb vorgesehen waren, wurden in der Praxis nicht immer alle ausrüstungsmässig möglichen Frequenzbänder von einem jeweiligen Standort aus genutzt:

Aussenstation: Der Kurzwellensender Lenk i.S.:

Luftaufnahme von swisstopo (1979) der Kurzwellen-Antennen der Sendeanlage Lenk (Inbetriebnahme 1974):


Quelle: Bundesamt für Landestopografie swisstopo

Bild: Oben links der Lenker-See. Rot eingekreist drei Antennensysteme:
oben links 31 m, oben rechts 49 m, unten 75 m



Die zwei folgenden Bilder wurden anlässlich von Helikopterflügen zur dreidimensionalen Ausmessung der Antennen-Strahlungsdiagramme aufgenommen. Das erste Bild zeigt das untere System des vorangehenden Bildes bestehend aus sechs Masten um 1976: 2 Ganzwellendipole für Steilstrahlung im 75m-Band ['System Sarnen 1566 kHz'] (c) GD PTT:


(c) GD PTT




Das folgende Gesamtbild der Lenker Antennen-Anlage zeigt links zwei Systeme, bestehend aus je drei Masten, sogenannte 'Quadrantantennen': links für das 31m-Band (9535 kHz), rechts für das 49m-Band (6165 kHz). Unten rechts im Bild die bereits vorgestellte Antenne für das 75m-Band (3985 kHz) (2 gleichphasig erregte Ganzwellendipole) (c) GD PTT:


(c) GD PTT


Zur Funktionweise obiger 'Antennen-Dreiecke' (Quadrant-Antennen) [die Funktionsweise der 75m-Antenne wurde beim Mittelwellensender Sarnen erläutert]:

Horizontale Winkel-Dipole (Quadrant-Antennen)

sind näherungsweise Rundstrahler mit horizontaler Polarisation. Solche Antennen sind mitunter für zwei benachbarte Kurzwellen-Rundfunkfrequenzbänder und eine Leistung bis 500 kW geeignet.



Bild:
Beispielhaft: Kurzwellen-Quadrantantennen (Wertachtal). Im Vordergrund eine Antenne für das 49m- und 41m-Band, etwas links im Hintergrund eine Antenne für das 31m- und 25m-Band mit Anpassleitungen in der jeweiligen Winkelhalbierenden.




Antennenmasten (linker Bildteil) obiger Drahtantennen bei Lenk auf einer alten Ansichtskarte:







Aussenstation: Der Kurzwellensender Sottens mit Drehstandantenne:

In Sottens stand der starke 500 kW Kurzwellen-Sender mit einer drehbaren Vorhangantenne mit zwei je 120 m hohen Türmen für ferne Zielgebiete (1972 bis 2004, Demontage 2005). Dieser Sender arbeitete auf 9, 11, 15, 17 and 21 MHz. Es war die letzte (öffentliche) Schweizer Radiostation auf Kurzwelle:









Aussenstation: Der Kurzwellensender Beromünster:

Eine Kurzwellen Europa-Rundstrahlsendeanlage stand auch beim MW-Sender Beromünster (49m; 6165 kHz/41m/31m; 9535 kHz/25m; 12030 kHz), 1959 (noch nicht alle Bänder) - 1998 (2x250 kW)):


(c) Telecom PTT

Wenn man obiges und vor allem das folgende Bild genau ansieht, erkennt man, dass unterhalb der Winkel-Reusen-Dipole (diejenigen zwischen den Mastspitzen) jeweils nochmals gleich bemessene Dipole im Mastsystem angebracht sind (in verschiedenen Höhen, je nach Wellenlänge). Durch sinnvolle Phasenverschiebung bei der Speisung eines solchen gestockten Dipolpaares, wird die nutzlose Abstrahlung nach unten stark eingeschränkt und dafür nach oben um etwa 3 dB angehoben:




Die Antenne des Kurzwellensenders Beromünster auf einer Luftaufnahme um 1981; Quelle: Bundesamt für Landestopografie swisstopo:


Quelle: Bundesamt für Landestopografie swisstopo


Bildergalerie zum Kurzwellensender Beromünster um 1986:

Endstufe_KW-Sender-Beromuenster1.jpg
Endstufe
KW-Sender-Beromünster
NF-Verstaerker-KW_Sender_Beromuenster1.jpg
NF-Verstärker
KW-Sender Beromünster
Tankkreis_Endstufe_KW-Sender-Beromuenster_1.jpg
Tankkreis Endstufe
KW-Sender-Beromünster
Tankkreis_Endstufe_KW-Sender-Beromuenster_2.jpg
Tankkreis Endstufe
KW-Sender-Beromünster
Tankkreis_Endstufe_KW-Sender-Beromuenster_3.jpg
Tankkreis Endstufe
KW-Sender-Beromünster
Lizenz nach CC BY-NC-ND by Peter Gerber, HB9BNI






Aussenstation: Der Kurzwellensender Sarnen (1973 - 1998):

Rechts der Waldkuppe sind drei Masten und ihre (längeren) Schatten einer Kurzwellen-Sendeantenne zu sehen. Wenn man die Schattenlängen mit jenen der 40 m hohen Mittelwellen-Masten (links im Bild) vergleicht, kommt man auf etwa 20m Höhe der Kurzwellenmasten. Über die Art der Antennen-Anlage kann nichts genaues gesagt werden. Gesendet werden konnte von diesem Standort aus vom Standpunkt der Sendeapparatur her (1 Sender zu 250 kW) im 75m-, 49m- (6165 kHz) und 31m-Band, natürlich nicht gleichzeitig. Die Antenne scheint dazu etwas spartanisch ausgerüstet (einfache Quadrantantenne?). Offenbar wurde nur in einem dieser (möglichen) Bänder gesendet. Da der Sender 'bombensicher' war, dürfte die Antennen-Anlage komplexer gewesen sein, als das Luftbild vermuten lässt, oder sie war schnell ausbaubar oder (elektrisch) anpassbar:



Bild: Luftaufnahme von 1987 der Sendeanlage Sarnen Quelle: Bundesamt für Landestopografie swisstopo.






Sende-Apparaturen:

Bei Sottens wurde ein BBC SK 55 Kurzwellensender eingesetzt. Mit der Sender-Endröhre CQK 650-1 wurden die erwähnten 500 kW Senderausgangsleistung erreicht!

Bei Beromünster, Lenk und Sarnen kamen BBC SK 53 Kurzwellensender zum Einsatz mit jeweils 250 kW

Der BBC Kurzwellensender SK 55 im Bild:




Zusammenstellung der Schweizer Kurzwellensender:



Quelle dazu: http://www.swcountry.be/sui.html

Spezielle Links zu BBC-Hochleistungs-Sendern und zu den BBC-Röhren:

Sender BBC SK 55 (Sottens)

Sender BBC SK 53 (Beromünster, Lenk, Sarnen)

500 kW-Röhre CQK 650-1 (Sottens)

BBC Senderöhren

In Lenk waren bis ca 1998 2x250 kW in Betrieb.
Bei Sarnen arbeitete zusätzlich zum Mittelwellensender ein Kurzwellensender (1x250 kW, 1974 bis 1998).




Der "Schweizer Kurzwellensender Schwarzenburg" auf Radioskalen:

Im folgenden Bild unter "Schweiz" im 49 m - Band:






Ein "Traumradio" für den Kurzwellenhörer in den 1950er-Jahren mit 3 Kurzwellenbändern von 11 m bis 200 m:




Die "Schweiz" auf Radio-Skalen aus den "letzten goldenen Rundfunk-Tagen" der Kurzwelle.
Das 49-Meter-Europaband ist gespreizt über die ganze Skala:




Das 49 m-Band ist gespreizt und zusätzlich ist der Bereich 16 m bis 41 m vorhanden:
Im 49 m-Band ist Schwarzenburg ("SCHWARZENBG") zu finden
(Man beachte auch die 6 Telefonrundspruch-Kanäle)






Ein erster Nachruf:

"UF BRUTSCHAU I D'FELSENEGG" AUF GRIECHENLANDS OLYMP

Einblicke in die Mediennutzung von Schweizer/-innen im Ausland am Beispiel der Rezeption von Swiss Radio International

Fanny Gutsche

„Uf Brutschau i d'Felsenegg auf Griechenlands Olymp“ – Wie gelangt ein bekannter Schweizer Ländler auf den höchsten Berg Griechenlands? Das Zitat im Titel dieses Aufsatzes stammt aus einem Schriftwechsel, den ich im Frühjahr 2013 mit einem ehemaligen Hörer von Swiss Radio International (SRI) per Email führte. Er berichtete, dass er als Schüler in den Ferien im Jahre 1968 über ein mitgebrachtes Radiogerät den Schweizer Sender in Griechenland empfing und dabei jenen bekannten Schweizer Ländler hörte. Im Zitat klingt eine Gleichzeitigkeit von Vertrautem und Exotik, von Eigenem und Fremden an. Das Eigene wird dabei durch etwas Klangliches repräsentiert, das über das Medium Radio in eine fremde räumliche Umgebung transportiert wird. Dadurch wird Heimat mobil: Mit Swiss Radio International konnten sich die Radiohörer/-innen ab den ersten Sendungen des damaligen Schweizer Kurzwellendienstes in den 1930er Jahren bis zur Überführung des Senders in die Website swissinfo.ch im Jahre 2004 weltweit „die Schweiz“ ins Wohnzimmer holen. Der Sender erfreute sich grosser Beliebtheit, was die Ergebnisse zahlreicher internationaler Hörer-Umfragen und vor allem die umfangreiche Hörerpost an den Sender zeigen. Da viele Schweizer/-innen im Ausland – Auswanderer/-innen aber auch Tourist/-innen – SRI hörten, wurde Swiss Radio International oft als „Heimweh-Sender“ bezeichnet. Und tatsächlich war es einer der beiden Hauptaufträge von SRI, die Bindungen der Auslandschweizer/-innen an das Heimatland zu stärken.

Quelle


Ein zweiter Nachruft:

Nationaler Kurzwellensender Schwarzenburg

(Quelle: Schweizerische Bauzeitung, Band (Jahr): 113/114 (1939), Heft 3)

Der gegenwärtig in dem 30 km südlich Bern gelegenen Schwarzenburg seiner Vollendung entgegengehende Kurzwellensender ist in mehr als einer Hinsicht beachtenswert, verkörpert er doch verschiedene neue und sehr erfreuliche Ideen. Während die gegenwärtig bestehenden Sendestationen unserer PTT (Beromünster, Sottens und Monte Ceneri) zur Hauptsache die innerhalb der Landesgrenzen gelegenen Gebiete zu bestreichen haben, soll dieser neue Richtstrahler in erster Linie die Verbindung unserer Auslandschweizer mit dem kulturellen Leben ihrer Heimat sicherstellen. Die Mittelwellen, die von den drei bestehenden Landessendern ausgestrahlt werden, eignen sich wegen der grossen Absorbtion, der sie unterliegen, nicht für die Uebertragung auf grosse Entfernungen. Nur mit Kurzwellen, die durch Richtstrahl-Antennen auf die wichtigsten Uebertragungs-Zielorte konzentriert werden, kann eine sichere Verbindung mit allen Kontinenten gewährleistet werden. Die zweite Aufgabe, die diese Sendestation erfüllen soll, ist die Schaffung einer direkten telephonischen Verbindung mit Nordamerika unter Umgehung des jetzigen Umweges über London. Wegleitend für die Wahl des tief im Landesinnern gewählten Standortes war die Erwägung, der Landesbehörde ein auch in Krisen- und Kriegszeiten sicher funktionierendes Verbindungsmittel in die Hand zu geben. Die Apparaturen für die Landessender mussten bis anhin mangels einer eigenen einschlägigen Industrie aus dem Ausland bezogen werden. Die Tatsache, dass der Nationale Kurzwellensender als erste Anlage zu '90 %' in der Schweiz gebaut worden ist, hat der Erstellerin, der Firma Hasler A.-G. in Bern, vor kurzem Veranlassung gegeben, die technische Presse zu einer Besichtigung der in ihren Werkstätten der Vollendung entgegen gehenden Apparaturen einzuladen. Ganz umgangen werden konnte die grosse Erfahrung, über die die führenden Weltfirmen verfügen, nicht, soll doch der Sender so rechtzeitig fertiggestellt sein, dass er noch die Propagandasendungen für die kommende Landesausstellung übernehmen kann. Daneben war die überaus komplizierte Patentlage, die jede freie Initiative lähmt, mit ein Grund, dass der Sender auf Grund einer Marconi-Lizenz gebaut werden musste. Trotzdem blieben neben den durch Patente fest gelegten Grundideen noch genügend Fragen offen, die eine intensive Entwicklungsarbeit der Fabrikationsfirma notwendig machten. Der Sender kann wahlweise mit 5 kW oder 25 kW Nenn-Ausgangsleistung betrieben werden und gliedert sich in seinem Hochfrequenzteil in folgende vier Einheiten: Modulationsstufe mit umschaltbaren Endstufen für den 5 kW- und den 25 kW- Betrieb. Eine Endstufe für 5 kW Ausgangsleistung, die gleich zeitig einen temperatur-kompensierten Röhrenoszillator, sowie die entsprechenden Trenn-, Vervielfacher- und Verstärkerstufen enthält. Zwei gleichartige 25 kW-Endstufen, von denen jede auf vier durch drehbare Spulensätze schnell umschaltbare Wellen längen abstimmbar ist. Am Hochfrequenzteil fallen vor allem die durch die enorm hohen Frequenzen - rund 10 Millionen Schwingungen pro Sekunde - bedingten Einzelheiten auf. Die Spulen schrumpfen bis auf wenige Windungen zusammen; die röhrenförmig ausgebildeten hochglanz-polierten Leiter erinnern an die Eigenschaft der Hochfrequenzströme, praktisch nur an der Oberfläche eines Leiters zu fliessen. Den dielektrischen Verlusten wurde ausgewichen, indem bei allen Isolatoren hinsichtlich Anordnung, Form und Material grösste Sorgfalt angewendet wurde. Sorgfältige Vermeidung aller Kanten und Spitzen soll die Strahlungsverluste auf ein Minimum reduzieren. Die kleinen in Frage kommenden Kapazitäten führen zu neuartigen Formen der Kondensatoren, die der Konstrukteur gleichzeitig anderen Zwecken nutzbar zu machen wusste. Da die frequenz-proportionalen Magnetisierungsverluste bei der hohen Periodenzahl ins Ungeheure wachsen würden, musste die Anwesenheit von Eisen nicht nur innerhalb des Senders, sondern auch in dessen näherer und weiterer Umgebung strengstens vermieden werden. Sogar der Architekt, der mit der Ausführung des Sender-Gebäudes beauftragt war, musste diesem Umstand Rechnung tragen: bei der Konstruktion der Sender-Halle durften als Verbindungsmittel ausschliesslich Nicht-Eisenmetalle verwendet werden. Jeder einzelne Bronce-Nagel ist mit einer Erdleitung versehen. Bei einer Apparatur, die bei 25 kW Ausgangsleistung ein Mehrfaches dieser Energie in Wärme umsetzt, spielt die Kühlung eine ausschlaggebende Rolle. Die die Wärme erzeugenden Röhren erhalten je nach ihrer Grösse Luft- oder Wasserkühlung; sogar einige Spulen, auf deren Temperaturkonstanz grosser Wert gelegt wird, erhalten eine spezielle Luftkühlung.

Die Hasler A.-G. benutzte den Besuch der Sendegebäude in Schwarzenburg, um den anwesenden Pressevertretern eine weitere Spezialität ihrer vor zwei Jahren ins Leben gerufenen Hochfrequenzabteilung vorzuführen: die sog. Radiosonde. Ein Thermometer, ein Barometer und ein Hygrometer sind zusammen mit einem Ultrakurzwellensender mit Batterien zu einer Apparatur von dem phantastisch kleinen Gewicht von 550 gr zusammengebaut. Dieser kleine Apparat, der von einigen Ballons in die Höhe getragen wird, sendet während seines Aufstieges alle Minuten Angaben über die drei gemessenen Witterungsfaktoren, die von einem Empfänger aufgenommen und durch einen Impulsschreiber registriert werden. Neben der Verwendung im öffentlichen Wetterdienst verspricht man sich von diesem Apparat auf müitärischem Gebiet für die Artillerie zur raschen Ermittlung der Tageswerte eine grosse Bedeutung. In den Werkstätten an der Schwarztorstrasse zeigten ein 20 kW-Sender für Münchenbuchsee und ein kleinerer Kurzwellensender, der für die Landesausstellung bestimmt ist, dass der mit dem Bau des Nationalen Kurzwellensenders aufgenommene Fabrikationszweig intensiv weiterverfolgt werden soll. Unter den kleineren Objekten verdienen die Ultrakurzwellenstationen für die Verbindung von Klubhütten mit Talstationen Erwähnung. Die an Einfachheit in der Bedienung einem gewöhnlichen Telephonapparat ebenbürtigen Apparate ermöglichen einen gegenseitigen Sprechverkehr und dürften hauptsächlich dort zur Anwendung kommen, wo die Erstellung von Drahtverbindungen unwirtschaftlich ist. Schliesslich sei noch auf eine Polizeifunkeinrichtung hingewiesen, die die Verständigung zwischen einem patrouillerenden Polizei-Automobil und seinem Hauptquartier ermöglichen soll.

Ein kurzer Abstecher in die anschliessenden Telephonwerkstätten zeigte, dass auch dort emsig gearbeitet wurde. An hohen Wählergestellen verraten Aufschriften, dass sie für die Städtezentralen Aarau und Schaffhausen bestimmt sind. Nach dem bis zum Jahre 1925 ausschliesslich Zentralen ausländischen Ursprunges verwendet werden mussten, haben es die in der Zwischenzeit von der Firma Hasler geführten Entwicklungsarbeiten ermöglicht, den Bedarf gänzlich im eigenen Lande zu decken. Zum Vertrieb der von Hasler und einigen anderen Firmen hergestellten Bordinstrumente für Flugzeuge wurde die Gesellschaft Peravia gegründet. Zu sehen waren einige in den Werkstätten von Hasler hergestellte Instrumente wie Leistungszähler, Registrier-Höhenmesser, Variometer usw. Dem Vernehmen nach sollen auch die Maschinen von grossen ausländischen Luftverkehrsgesellschaften mit diesen Instrumenten ausgerüstet sein. Nachdem der Schweizerindustrie in der Nachkriegszeit [1. WK] eine Absatzmöglichkeit um die andere für ihre alteingeführten Qualitätsprodukte entglitt, ist es sehr erfreulich, festzustellen, dass es auch der Firma Hasler gelungen ist, neue Fabrikationszweige zu eröffnen und, hoffen wir es, damit auch neue Absatzmöglichkeiten zu schaffen.
Heinz Jegher, Dipl. EL Ing.


'Stand der Kurzwelle' in der Schweiz:

Nach der Einstellung des herkömmlichen Botschaftsfunkes Ende 2014 lohnt sich eine Bestandesaufnahme der in der Schweiz noch zu beobachtenden Kurzwellen-Aktivitäten:

- Kurzwellen-Amateure (erhalten das 'robuste' Morsen (CW) am Leben)

- Ausländische Botschaften mit Kurzwellenverbindungen 'nach Hause'

- FU Bat 41 > BF Kp 41/3 (Spekulation: Betrieb (u. a.) eines 'Botschaftsfunk-Nachfolgers')




Historische Tonbeispiele von Radio Schweiz/ Bernradio:

Letztes Morse-CQ von HEB im Jahr 1990
Gemischter Morse/PACTOR-CQ-Ruf um 2010



Bild: Ein Teil der Sendestation HEB in Prangins um 1980. (CC) BY SA 4.0 Bildarchiv ETH Zürich.



Bild: Ein Teil der Empfangsstation HEB in Riedern um 2013. (CC) BY SA 4.0 Stefan Siegenthaler.



Interessantes Phänomen auf Kurzwelle: Das Kurzwellen-Echo.

Mitunter empfängt man den selben Sender "vorne um die Erdkugel" und "hinten um die Erdkugel" herum, also über beide Kreis-Ausschnitte eines Grosskreises. Auf Grund verschiedener Distanzen und damit unterschiedlicher Laufzeiten ergibt sich ein Echo:

Audioclip Echo-Empfang 1 (mp3)

AudioClip Echo-Empfang 2 (mp3)


Die technische Radiogeschichte der Schweiz ab 1905 ist unter folgendem Link beschrieben:


http://www.sarganserland-walensee.ch/radio_tv_historisch/AM_Sender/mittelwellensender-beromuenster2.html.




Die Geschichte der drahtlosen alpinen Hütten-Telefonie und der Rufsysteme
(PTT Autoruf, Eurosignal):



http://www.sarganserland-walensee.ch/radio_tv_historisch/AM_Sender/drahtlose_huetten_telefone.html




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Anhang:



Gelang Marconi wirklich die erste transatlantische Funkverbindung bereits im Jahr 1901? Es gibt auch wohlbegründete Zweifel. Vielleicht hatte er einfach Glück gehabt, dass dies später mit wesentlich besseren Ausrüstungen dann effektiv und zweifelsfrei gelang.

Eine wissenschaftliche Abhandlung dazu