Bergwerk/Steinbruch Lochezen, CKU
Seemühle Walenstadt, Borner AG



- Bergwerk/Steinbruch Lochezen; Bergwerk Seemühle Borner Walenstadt
- Cement- und Kalkfabrik Unterterzen, CKU
- Stollen, Bilder und Geschichte dieser Bergwerke

Stand: 10.09.2022

Das private Betreten der Bergwerksanlagen ausserhalb offizieller Führungen ist (leider) verboten (Vandalismus, Littering, Steinschlag, unklare Haftungs-Verhältnisse anstatt wie früher einfach Eigenverantwortung). Bilder und Text dieser Webseite sollen ersatzweise eine umfassende virtuelle Stollen-Tour zu Hause am PC ermöglichen und die Erinnerung an die eindrückliche Bergbauepoche bei Walenstadt wach halten.
Impressum/Mail: Paul Gantner, Walenstadt: hb4ff[ät]bluewin.ch



Die Brennerei Lochezen um 1915

Die Brennerei Seemühle um 1950


  • Lochezen und Seemühle sind spektakuläre Bergwerke der Extraklasse: Spezielle topografische/tektonische Verhältnisse, Abgrenzung durch einen See (Walensee), erster industrieller Untertag-Abbau von Kalk-/Cement-Material der Schweiz, exklusive Abbau- und Abtransport-Logistik.

  • Die komplexe Geschichte der beiden Bergwerke wird auf der letzten Seite der folgenden Stollen-/Höhlen-Dokumentation betrachtet.

  • Die folgende systematische Tour führt durch die Stollen der Seemühle via unterirdisches historisches Militärspital in die Stollen der Lochezen hinauf.

  • Bei verlinkten Exkursen (Detail-Betrachtungen) erfolgt die präzise Rückkehr zum Hauptartikel über den Zurückbutton des Browsers.


Unser Start in die Unterwelt erfolgt beim Tunnel 'Ost' der Seemühle


Stollenbahn-Geleise der Seemühle führten durch drei Tunnels in den Berg. Heute ist davon nur noch der 'Tunnel Ost' (zu unterst) durchgängig. Die beiden andern Tunnels werden wir aber im Berg drin noch sehen. Am oberen Ende des BW Seemühle führt heute noch ein Ausgang ('Durchschlupf'-Fenster) dann weiter zum historischen unterirdischen Militärspital und Bergwerk Lochezen:


Siegfriedkarte 1906 [swisstopo]


Der unterste und noch intakte Eingang in den Bergbaukomplex ('Tunnel Ost'):

Dieser Eingang zum Bergwerk Seemühle war bis etwa 1985 völlig offen, heute - aus bereits erwähnten Gründen, vor allem Abschaffung von Eigenverantwortung durch die 'moderne Rechtslehre' - leider vergittert.



Bild: Hier war zu Betriebszeiten eine Stollenbahn-Weiche. Geradeaus führte das Geleise zur Westbahn, nach rechts in den Berg.



Über diesem Stollen-Eingang konnten bis etwa 2021 noch Reste einer Jahreszahl erkannt werden [Valentin Schoch]:


Zum Bild: Unter der plausiblen Annahme, dass die zweite Ziffer eine 8 bedeutet, ist das Zeitfenster nach oben durch
1899 und nach unten auf Grund historischer Quellen durch 1892 [Betriebsaufnahme des BW Seemühle] begrenzt.
Das Schriftbild-Rudiment dürfte demnach für 1896 sprechen.



Die beiden heute verschütteten Eingänge 'Tunnel Mitte' und 'Tunnel West' werden weiter hinten dokumentiert, da ihre Untertag-Portale im Berg drin noch intakt sind.



Bild: Start in das irdische 'Schwarze Loch' ('Tunnel Ost')


Es wird stockdunkel:



Wenige Meter nach dem Portal treffen wir links an der Tunnelwand auf eine Gedenk-Nische für die Heilige Barbara, die Schutzpatronin
der Bergarbeiter. Die Nische ist heute allerdings leer, da die Heiligenfigur bei Betriebsende um 1965 natürlich mitgenommen wurde:


Foto: (c) zVg



Ein 80 Meter langer Tunnel führt nun weiter zum ersten Dom

Im Bergwerk Seemühle bewegt man sich durchwegs in absoluter Dunkelheit!












Kunstwerke der Natur:

Im Winter kann man in diesem Eingangsstollen von Stalaktiten ('Eiszapfen von oben') begrüsst werden:






Am Ende des Eingangs-Tunnels gelangen wir in den ersten Dom:


Bild: Ankunft im ersten Dom. Es ist hier aber stockfinster! Das Geleise verzweigt sich.



Die Seemühle erhielt schon mehrmals Besuch von der ETH Zürich (Institute für Seismologie und Informatik):


Bild: Der vierbeinige Forschungsroboter ANYmal der ETH Zürich schaut sich in diesem ersten Dom um; Foto: Valentin Schoch.


Hier stehen im Winter mitunter die Gegenspieler der Stalaktiten von vorher, die Stalagmiten ('Gegen-Eiszapfen von unten'):


Bild: Der erste Dom - hier mit Stalagmiten - rückwärts betrachtet. Durch den Tunnel im Hintergrund haben wir ihn betreten.



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