Kryptologie: RSA-Verschlüsselung einfach erklärt



Worum es geht:

Alice und Bob möchten geheime Botschaften austauschen. Sie müssen diese also verschlüsseln. Dazu haben sie vorher einen gleichen geheimen Schlüssel miteinander abgemacht. Soweit ist alles klar.

Was ist aber, wenn Bob mit Alice keinen geheimen Schlüssel abmachen kann oder konnte, weil beide einander noch nie gesehen haben und gar nicht kennen. Sowas ist bei Internet-Bestellungen, Online-Banking usw. aber immer der Fall.

Als Geschichte sieht dieses Problem etwa so aus:

Alice und Bob sitzen unter vielen anderen Leuten in einem grossen Restaurant, Alice an einem Ende, Bob am anderen. Alice und Bob haben sich zuvor noch nie gesehen, haben noch nie voneinander gehört. Jetzt sehen sie sich zum ersten Mal im Leben und Bob möchte Alice eine Botschaft zurufen, vertraulich, ohne dass jemand anderer (ausser Alice natürlich) versteht, was er sagt. Denn keinem von beiden ist es erlaubt, aufzustehen. Nur Papiere mit grossen Buchstaben dürfen sie in die Höhe halten (und alle Gäste können mitlesen). Können sich Alice und Bob so überhaupt - von den übrigen Leuten mitgelesen aber unverstanden - verständigen (OHNE dass sie also einen geheimen Schlüssel austauschen konnten!) ?


R. Rivest, A. Shamir und L. Adleman wollten um 1978 beweisen, dass dies unmöglich ist - und fanden dabei genau das Gegenteil: Ein Verfahren, welches eben dies in der Praxis ermöglicht. Es handelt sich um das RSA-Verfahren. RSA sind die Anfangsbuchstaben ihrer Nachnamen).

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