Technik beim (analogen) Ur-Fernsehen

Bereits 1877 wurde von dem Franzosen Senlecq vorgeschlagen, ein Bild über ein Fotozellenfeld abzutasten und dieses Bild dann an einem andern Ort über eine Glühlampenwand wiederzugeben. Dabei sollte jede Glühlampe über eine eigene Leitung mit der dazugehörigen Fotozelle verbunden werden. Das Abbild von einem zu übertragenden Objekt wird durch eine Linse auf eine Fläche von Fotozellen projiziert.

Die Firma TELEFUNKEN hat dieses Prinzip realisiert, und zwar mit einer Auflösung von 100 x 100 Punkten (also 10.000 Pixel bzw. 10'000 Glühlämpchen!). Dabei war ein enormer Verdrahtungsaufwand nötig:






Paul Nipkow: Mechanisches Fernsehen mit Nipkowscheibe

Die Vision einer Bildübertragung, ähnlich dem Telefon, hatte Paul Nipkow schon als Primarschüler. Er begann 1882 ein Studium der Naturwissenschaften an der Universität Berlin, das er nach dem Tod seines Vaters aus finanziellen Gründen aufgeben mußte. Kurz davor hatte er 1884 ein Patent für ein Elektrisches Teleskop eingereicht.

Nipkow erkannte wohl als erster, dass ein Bild in ein zeitliches NACHEINANDER zerlegt werden muss, damit an Stelle von Tausenden von Verbindungsdrähten ein einziges Drahtpaar genügte.

Dies geschieht mit einer spiralig gelochte Nipkowscheibe (siehe Bild links), die beim Drehen das Bild zeilenweise abtastet, bzw. wieder zusammenfügt. Das Kreisringstück oben ist das Bildfenster.

(PC-Monitore und TV-Geräte arbeiten auch heute nach diesem Prinzip!)

Dieses zeilenweise Abtasten konnte man gut im Bild noch erkennen, an den leicht gebogenen Zeilen, wie bei nebenstehendem Bild einer stilisierten Katze.


Am 18. April 1934 wurde die erste Übertragung des Fernsehsenders 'Paul Nipkow' in Berlin vorgestellt. Die Nipkow-Scheibe wurde bis ca. 1940 neben elektronischen Bildzerlegern als Zerlegungs- und Zusammensetzungsorgan beim Fernsehen eingesetzt.

Zum Prinzip der Nipkow'schen Bildzerlegung:





Auf folgender Aufnahme sieht man einen Laboraufbau mit 2 Nipkowscheiben (Sender und Empfänger) aus dem Jahr 1924. Die Scheiben sind noch auf einer gemeinsamen Achse, um die separat zu lösenden Synchronisationsprobleme zu umgehen:



Das Foto zeigt einen Nachbau mit Teilen aus Fischer-Technik.
Funktion:
Ein Diaprojektor wirft ein Bild einer stilisierten Katze von rechts oben auf eine rotierende Nipkow-Scheibe. Auf der andern Seite der Scheibe nimmt ein Lichtsensor (Foto-Diode) die Lichtwerte auf und verstärkt sie gleich [siehe kleine Verstärkerplatine]. Dieses Signal geht auf einen weitern Verstärker [extern] und steuert dann die grosse Leuchtdiode bei der zweiten Nipkowscheibe [links unten im Bild]. Durch diese Scheibe kann das Bild [die Katze] betrachtet werden, wie im folgenden kleinen Bild dargestellt:




Ein Baird-Fernsehapparat um 1920 mit Nipkow-Scheibe. im runden Fenster rechts ist das Bild zu sehen.



Hier ein entsprechendes Bild. Beachte die gebogenen Spuren


Ein 90-Zeilen Fernsehapparat von 1932


Eine TV-Kamera an der Olympiade Berlin 1936